Falkenlibellen
Die Arten auf dieser Seite:
Der Zweifleck, die Gemeine Smaragdlibelle, die Glänzende Smaragdlibelle, die Gefleckte Smaragdlibelle
Eine andere Gattung von Großlibellen stellt die Familie der sogenannten Falkenlibellen dar. Diese Spezies, die äußerst schnelle und unglaubliche Flugmanöver ausführt, hat ihren Namen deshalb erhalten, weil ihr Flug an den eines Falken erinnert. In Deutschland leben sieben bekannte Arten, die mehr oder weniger selten sind. Es handelt sich hierbei um extrem scheue Dauerflieger, die so gut wie nie sitzend zu beobachten sind. Die Männchen patrouillieren im Dauerflug auf der Suche nach Weibchen die Uferregionen der Gewässer ab. Die Weibchen führen ein eher zurückgezogenes Leben in dichter Vegetation, da sie von den suchenden Männchen außerhalb ihrer Paarungsbereitschaft nicht entdeckt werden wollen. Sie sind daher noch schwerer auszumachen.
Es war dies der erste Nachweis der Art in Nordrhein – Westfalen nach 27 Jahren und der erste vollständige Reproduktionsnachweis eines Zweiflecks überhaupt. Die nachfolgenden Aufnahmen vom Schlupf dieser außergewöhnlichen Libellenart genießen daher absoluten Seltenheitswert. Außer hier auf unserer Homepage werden sie nur in wissenschaftlichen Zeitschriften und magazinen zu sehen sein.
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9313hDie Libelle ist von brauner Farbe, etwa 9,5 Zentimeter groß und damit deutlich größer als alle anderen Falkenlibellen. Sie besitzt an den Hinterflügeln je einen schwarzen Basalfleck, der ihr den Namen gab. Auf dem Hinterleib zeigt sich ein dunkler brauner Längsstreifen.
Zum Verhalten der Tiere soll erwähnt werden, dass die Männchen weit draußen über dem offenen Wasser in Höhen von 5 bis 15 Metern patrouillieren. Nur selten kommen sie in Ufernähe. Man findet sie auch so gut wie nie sitzend. Ihr Bestand oder ihr Vorkommen kann meist nur durch Funde von Exuvien (Leeren Larvenhüllen) nachgewiesen werden.
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9360hAn dieser Stelle möchten wir gerne aus dem Buch „Die Falkenlibellen Europas“ von Prof. Dr. Hansruedi Widermuth zitieren:
Der Flug des Zweifleck:
„…Flug ist wild und reißend…geradlinig, gleichmäßig, schnell. …fliegt kraftvoller als die Vierflecklibelle…sie sind aktiv bei sonnigem Wetter vom frühen Vormittag bis zum frühen Abend, erscheinen aber morgens später und verschwinden abends früher als die Gemeine Smaragdlibelle. Kämpfende Männchen steigen mit enormer Geschwindigkeit hoch, um aber zumeist umgehend auf ihre Flugbahn zurückzukehren. Der Zweifleck ist die scheueste und fluggewandteste Libelle, die ich bisher gesehen habe.“
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9372hDie Flugzeit ist sehr kurz: Von Anfang Mai bis etwa Ende Juni. Die Entwicklungszeit zur Libelle wird auf drei Jahre geschätzt. Zur Paarung fliegen die Tiere in die Baumkronen. Danach presst das Weibchen einen Eiklumpen aus, der bis zu 2.000 Eier enthalten kann und mitunter größer als ihr Kopf ist. Damit fliegt es zum Wasser und streift die Eier an der Vegetation ab. Diese sinken dann an dem Substrat ab und bilden etwa 50 Zentimeter lange krötenähnliche Laichschnüre aus denen dann die Larven schlüpfen.
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7002hSeitenansicht Draufsicht
Die Gemeine Falkenlibelle, auch Gemeine Smaragdlibelle genannt, ist eine der Ersten Arten dieser Gattung, die im Frühjahr schlüpft. Nach dem das Tier zwei Jahre als Larve im Wasser gelebt hat, erfolgt der Schlupf sehr synchron. Das heißt, dass mehrere Individuen der Art an einem Gewässer gleichzeitig schlüpfen.
Die 2,5 Zentimeter große und hässlich wirkende Larve hat nach zweijähriger Entwicklungszeit ihr angestammtes Gewässer verlassen und bereitet sich auf ihre Verwandlung in eine Großlibelle vor. Dazu erklimmt sie die niedere Ufervegetation und sucht nach geeignetem Halt. Dann erstarrt sie für immer. Nach etwa 15 Minuten beginnt ihre Haut aufzuplatzen. Als erstes erscheint der Kopf des neuen Insektes. Langsam schiebt sich das Tier aus seinem Larvenkleid heraus und bleibt mit dem Kopf nach unten eine gute halbe Stunde hängen. Während dieser Zeit wird eifrig Beingymnastik betrieben. Dann schwingt sie Ihren Oberkörper mit einem Ruck nach oben und zieht das Abdomen aus der Larvenhaut. Nun beginnt die Libelle damit, Blutflüssigkeit in ihre Flügel zu pumpen. Gleichzeitig nimmt ihr Körper Farbe an. Nachdem etwa dreieinhalb Stunden vergangen sind, öffnet die Libelle ihre Flügel, die jetzt makellos, wie Schwingen aus Glas wirken. Sie wird sie niemals wieder schließen. Etwa 4 Stunden nach Beginn der Metamorphose setzt die Libelle zum Start des Jungfernfluges an. Nun, herrlich gezeichnet und in einem metallisch grün - violetten Ton schimmernd, landet sie ausgerechnet auf dem Finger des Naturfreundes, der ihrer Verwandlung beiwohnen durfte und dies alles dokumentiert hat.
Wenig später sind Falkenlibellen fast nur noch im Flug zu beobachten. Sie dabei zu fotografieren ist eine Sache für sich. Ihr könnt es ja selber einmal versuchen, wenn dieses ca. 6 Zentimeter große Insekt mit über 50 km/h an Euch vorbei fliegt.
Ganz selten ruhen die erwachsenen Tiere meist in dichter Vegetation am Ufer der Gewässer. Die Aufnahmen entstanden unter sehr vorsichtiger Annäherung sn die Tiere. Hier zunächst ein Männchen der Gemeinen Smaragdlibelle.
Wie bei anderen Libellenarten auch, führen die Weibchen der gemeinen Smaragdlibelle ein Leben im Verborgenen. Sie kommen nur zur Paarung und zur Eiablage ans Gewässer. Die folgenden Bilder zeigen, unten links, ein frisch geschlüpftes Weibchen. Daneben ist ein erwachsenes und ausgefärbtes Tier zu sehen. Die Aufnahme unten in der Mitte zeigt ein sehr altes Exemplar. Zwischen den beiden Hinterflügeln ist eine Verletzung deutlich zu erkennen. Diese stammt vermutlich von dem Angriff einer Großen Königslibelle.
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9912fZur Eiablage fliegt das Weibchen alleine zum Gewässer. Diese werden im Flug ausgepresst und unter wippenden Bewegungen auf der Wasseropberfläche oder an Pflanzensubstrat abgestreift.
Ihre Flugmanöver sind derart skurril, dass sie an den Flug eines Falken erinnern. Daher hat die Gattung ihren Namen erhalten. Die Falkenlibellen erreichen sehr hohe Geschwindigkeiten. Bei ihren Flugmanövern können Querbeschleunigungskräfte von 30 G (!) erreicht werden.
Die Libelle wird bis zu 6 Zentimeter groß und weist eine Flügelspannweite von 7 Zentimetern auf. Auffallend bei der Art ist der erzgrüne Körper, der je nach Lichteinfall metallisch glänzt. Am vorderen Teil des Abdomens finden sich helle, goldgelbe Zeichnungen, wonach die Art zu bestimmen ist. Ein weiteres Erkennungsmerkmal der Glänzenden Smaragdlibelle sind die orangebraunen Flügelmale, die natürlich nur in Ruhestellung des Tieres zu sehen sind. Die Flügelmale der Gemeinen Smaragdlibelle sind schwarz.
Zunächst zeigen wir Aufnahmen vom Schlupf eines Weibchens der Glänzenden Smaragdlibelle:
Die Augen der erwachsenen Tiere sind leuchtend grün. Die Aufnahmen die hier zu sehen sind, zeigen einige Glänzende Smaragdlibellen beim Schlupfvorgang. Hier sind die metallisch grünen Farben besonders schön zu erkennen.
Die Art fliegt nach der Gemeinen Smaragdlibelle, mit der sie gelegentlich verwechselt wird, als zweite Art im Zyklus eines Jahres. Ihre Hauptflugzeit liegt zwischen Mitte Juni und August. Sie bewohnt stehende Gewässer von mittlerer Größe mit mäßiger Ufervegetation und nahem Waldbestand. Dort fliegen die Männchen stundenlang auf der Suche nach Weibchen über die Wasseroberfläche.
Aufnahmen eines schlüpfenden Männchens der Glänzenden Smaragdlibelle:
Die Weibchen führen ein sehr zurückgezogenes Leben im Uferdickicht und zeigen sich nur zur Paarung am offenen Gewässer. Sie verfügen über einen stark ausgeprägten Legestachel. Obwohl die Art nicht häufig ist, könnte dieses "Instrument" zu dem Gerücht beigetragen haben, dass Libellen "stechen". (Was natürlich in keinster Weise zutrifft.)
Die Glänzende Smaragdlibelle wird in Deutschland als stark gefährdet eingestuft. Sie ist per Gesetz besonders geschützt. Abschließend zeigen wir Aufnahmen eines ruhenden erwachsenen Männchens in der Ufervegetation eines kleinen Weihers.
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Nachfolgend einige Aufnahmen vom Schlupf dieser sehr seltenen Gefleckten Smaragdlibelle. Anhand der Bildreihenfolge können der Ausfärbungsprozess und die leuchtenden Farben der Jungtiere schön erkannt werden.
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