Mikrokosmos und vieles mehr...

 Falkenlibellen

Die Arten auf dieser Seite:

Der Zweifleck, die Gemeine Smaragdlibelle, die Glänzende Smaragdlibelle, die Gefleckte Smaragdlibelle

04028f

( Gemeine Smaragdlibelle auf Jagdflug )

Eine andere Gattung von Großlibellen stellt die Familie der sogenannten Falkenlibellen dar. Diese Spezies, die äußerst schnelle und unglaubliche Flugmanöver ausführt, hat ihren Namen deshalb erhalten, weil  ihr Flug an den eines Falken erinnert. In Deutschland leben sieben bekannte Arten, die mehr oder weniger selten sind. Es handelt sich hierbei um extrem scheue Dauerflieger, die so gut wie nie sitzend zu beobachten sind. Die Männchen patrouillieren im Dauerflug auf der Suche nach Weibchen die Uferregionen der Gewässer ab. Die Weibchen führen ein eher zurückgezogenes Leben in dichter Vegetation, da sie von den suchenden Männchen außerhalb ihrer Paarungsbereitschaft nicht entdeckt werden wollen. Sie sind daher noch schwerer auszumachen.

                                                           

Der Zweifleck

                                                                                             6632h

Sie ist eine der seltensten Libellen überhaupt und kommt nur in einigen Bundesländern etwas häufiger vor. Der Zweifleck, der zu der Familie der Falkenlibellen zählt, wurde in Begleitung von Sandra und Werner Heydrich Ende April an einem kleinen See in der „Wahner Heide“ entdeckt.

Es war dies der erste Nachweis der Art in Nordrhein – Westfalen nach 27 Jahren und der erste vollständige Reproduktionsnachweis eines Zweiflecks überhaupt. Die nachfolgenden Aufnahmen vom Schlupf dieser außergewöhnlichen Libellenart genießen daher absoluten Seltenheitswert. Außer hier auf unserer Homepage werden sie nur in wissenschaftlichen Zeitschriften und magazinen zu sehen sein.


9292h               9296h


9305h               9313h



Die Libelle ist von brauner Farbe, etwa 9,5 Zentimeter groß und damit deutlich größer als alle anderen Falkenlibellen. Sie besitzt an den Hinterflügeln je einen schwarzen Basalfleck, der ihr den Namen gab. Auf dem Hinterleib zeigt sich ein dunkler brauner Längsstreifen.

Zum Verhalten der Tiere soll erwähnt werden, dass die Männchen weit draußen über dem offenen Wasser in Höhen von 5 bis 15 Metern patrouillieren. Nur selten kommen sie in Ufernähe. Man findet sie auch so gut wie nie sitzend. Ihr Bestand oder ihr Vorkommen kann meist nur durch Funde von Exuvien (Leeren Larvenhüllen) nachgewiesen werden.

9326h                9360h

An dieser Stelle möchten wir gerne aus dem Buch „Die Falkenlibellen Europas“ von Prof. Dr. Hansruedi Widermuth zitieren:

Der Flug des Zweifleck:
„…Flug ist wild und reißend…geradlinig, gleichmäßig, schnell. …fliegt kraftvoller als die Vierflecklibelle…sie sind aktiv bei sonnigem Wetter vom frühen Vormittag bis zum frühen Abend, erscheinen aber morgens später und verschwinden abends früher als die Gemeine Smaragdlibelle. Kämpfende Männchen steigen mit enormer Geschwindigkeit hoch, um aber zumeist umgehend auf ihre Flugbahn zurückzukehren. Der Zweifleck ist die scheueste und fluggewandteste Libelle, die ich bisher gesehen habe.“


9363h               9372h

Die Flugzeit ist sehr kurz: Von Anfang Mai bis etwa Ende Juni. Die Entwicklungszeit zur Libelle wird auf drei Jahre geschätzt. Zur Paarung fliegen die Tiere in die Baumkronen. Danach presst das Weibchen einen Eiklumpen aus, der bis zu 2.000 Eier enthalten kann und mitunter größer als ihr Kopf ist. Damit fliegt es zum Wasser und streift die Eier an der Vegetation ab. Diese sinken dann an dem Substrat ab und bilden etwa 50 Zentimeter lange krötenähnliche Laichschnüre aus denen dann die Larven schlüpfen.

6622h

Hier zeigen wir noch einmal zur Verdeutlichung die Original - Exuvie (leere Larvenhülle) des auf den Bildern geschlüpften Zweiflecks. Beachtet die starken Rückendornen, die sie vor Fressfeinden wie z.B. Raubfischen sicher schützen. Diese Zacken und ihre überdurchschnittliche Größe, (31 Millimeter lang und 12 Millimeter breit) machen die Larve unverwechselbar.

7001h                       7002h
                           Seitenansicht                                                                                   Draufsicht

7006h
Zum Vergleich rechts daneben, eine Exuvie der Gemeinen Smaragdlibelle.
***********************************
                   
                  
Die Gemeine Falkenlibelle, auch Gemeine Smaragdlibelle genannt, ist eine der Ersten Arten dieser Gattung, die im Frühjahr schlüpft. Nach dem das Tier  zwei Jahre als Larve im Wasser gelebt hat, erfolgt der Schlupf  sehr synchron. Das heißt, dass mehrere Individuen der Art an einem Gewässer gleichzeitig schlüpfen.
Zur Hauptabundanz schlüpften gleich mehrere hundert (!) Tiere an einem einzigen Vormittag an einem mittelgroßen, stehenden Gewässer. Unsere Aufnahmen zeigen die Metamorphose eines Männchens der Gemeinen Smaragdlibelle.
 
 6371h                   6380h  
6383h                    6401h     
 
6403h                   6425h 
                                                                             6428h  

Die 2,5 Zentimeter große und hässlich wirkende Larve hat nach zweijähriger Entwicklungszeit ihr angestammtes Gewässer verlassen und bereitet sich auf ihre Verwandlung in eine Großlibelle vor. Dazu erklimmt sie die niedere Ufervegetation und sucht nach geeignetem Halt. Dann erstarrt sie für immer. Nach etwa 15 Minuten beginnt ihre Haut aufzuplatzen. Als erstes erscheint der Kopf des neuen Insektes. Langsam schiebt sich das Tier aus seinem Larvenkleid heraus und bleibt mit dem Kopf nach unten eine gute halbe Stunde hängen. Während dieser Zeit wird eifrig Beingymnastik betrieben. Dann schwingt sie Ihren Oberkörper mit einem Ruck nach oben und zieht das Abdomen aus der Larvenhaut. Nun beginnt die Libelle damit, Blutflüssigkeit in ihre Flügel zu pumpen. Gleichzeitig nimmt ihr Körper Farbe an. Nachdem etwa dreieinhalb Stunden vergangen sind, öffnet die Libelle ihre Flügel, die jetzt makellos, wie Schwingen aus Glas wirken. Sie wird sie niemals wieder schließen. Etwa 4 Stunden nach Beginn der Metamorphose setzt die Libelle zum Start des Jungfernfluges an. Nun, herrlich gezeichnet und in einem metallisch grün - violetten Ton schimmernd, landet sie ausgerechnet auf dem Finger des Naturfreundes, der ihrer Verwandlung beiwohnen durfte und dies alles dokumentiert hat.

                    03064f
         
Die Endphase des Schlupfes der Falkenlibellen ist eine sichere Möglichkeit, dieses herrliche Insekt in Ruhestellung zu beobachten. Noch nicht völlig ausgefärbt und kurz vor dem Jungfernflug, hängt die Libelle noch einige Minuten an ihrem Schlupfort.       

Wenig später sind Falkenlibellen fast nur noch  im Flug zu beobachten. Sie dabei zu fotografieren ist eine Sache für sich. Ihr könnt es ja selber einmal versuchen, wenn dieses ca. 6 Zentimeter große Insekt mit über 50 km/h an Euch vorbei fliegt.

5235d    4496d       4543d

Ganz selten ruhen die erwachsenen Tiere meist in dichter Vegetation am Ufer der Gewässer. Die Aufnahmen entstanden unter sehr vorsichtiger Annäherung sn die Tiere. Hier zunächst ein Männchen der Gemeinen Smaragdlibelle.

00044h                  00262h

00267h

Wie bei anderen Libellenarten auch, führen die Weibchen der gemeinen Smaragdlibelle ein Leben im Verborgenen. Sie kommen nur zur Paarung und zur Eiablage ans Gewässer. Die folgenden Bilder zeigen, unten links, ein frisch geschlüpftes Weibchen. Daneben ist ein erwachsenes und ausgefärbtes Tier zu sehen. Die Aufnahme unten in der Mitte zeigt ein sehr altes Exemplar. Zwischen den beiden Hinterflügeln ist eine Verletzung deutlich zu erkennen. Diese stammt vermutlich von dem Angriff einer Großen Königslibelle.

9196h                 9659h

9822h

Ein absolutes Highlight für einen Naturfotografen ist es, die Paarung der Falken- oder Smaragdlibellen filmen zu können. Sie beginnt am Boden zwischen hohen Gräsern oder Schilf. Später fliegt das charakteristische Paarungsrad auf, um das Ritual in den Bäumen zu beenden. Die Tiere sind zwischen den Gräsern und im  Blattgrün gut getarnt. Daher ist die Szene sehr schwer auszumachen. Wir fanden das Pärchen in etwa zwei Metern Höhe und hatten für unsere Aufnahmen nur wenig Zeit.

8432h

Die Art fliegt auch schon mal gerne Kiefern an um sich dort zu paaren wie die folgenden Aufnahmen in Tandemformation und Paarungsrad zeigen. Auffällig ist, dass sie dabei nicht wie die meisten Großlibellen bis in die Baumwipfel fliegen sondern eine Höhe von zwei Metern nicht überschreiten.

9918f            9912f

Zur Eiablage fliegt das Weibchen alleine zum Gewässer. Diese werden im Flug ausgepresst und unter wippenden Bewegungen auf der Wasseropberfläche oder an Pflanzensubstrat abgestreift.

***************************
Aus der Familie der Falkenlibellen stammt die Glänzende Smaragdlibelle. Falkenlibellen sind sehr ausdauernde Flieger, die oft stundenlang am Gewässer patroulieren und sehr selten sitzend angetroffen werden. Darüber hinaus gilt die Art als sehr scheu, sodass man sich ihr nur mit viel Geduld und äußerster Vorsicht nähern kann. 

Ihre Flugmanöver sind derart skurril, dass sie an den Flug eines Falken erinnern. Daher hat die Gattung ihren Namen erhalten. Die Falkenlibellen erreichen sehr hohe Geschwindigkeiten. Bei ihren Flugmanövern können Querbeschleunigungskräfte von 30 G (!) erreicht werden.

Die Libelle wird bis zu 6 Zentimeter groß und weist eine Flügelspannweite von 7 Zentimetern auf. Auffallend  bei der Art ist der erzgrüne Körper, der je nach Lichteinfall metallisch glänzt.  Am vorderen Teil des Abdomens finden sich helle, goldgelbe Zeichnungen, wonach die Art zu bestimmen ist. Ein weiteres Erkennungsmerkmal der Glänzenden Smaragdlibelle sind die orangebraunen Flügelmale, die natürlich nur in Ruhestellung des Tieres zu sehen sind. Die Flügelmale der Gemeinen Smaragdlibelle sind schwarz.

Zunächst zeigen wir Aufnahmen vom Schlupf eines Weibchens der Glänzenden Smaragdlibelle:

9522h                   9530h

9533h                   9546h

9560h                   9593h

Die Augen der erwachsenen Tiere sind leuchtend grün. Die Aufnahmen die hier zu sehen sind, zeigen einige Glänzende Smaragdlibellen beim Schlupfvorgang. Hier sind die metallisch grünen Farben besonders schön zu erkennen.

1228f    1236f    1257f

1253f        1295f         1314f

Die Art fliegt nach der Gemeinen Smaragdlibelle, mit der sie gelegentlich verwechselt wird, als zweite Art im Zyklus eines Jahres.  Ihre Hauptflugzeit liegt zwischen Mitte Juni und August. Sie bewohnt stehende Gewässer von mittlerer Größe mit mäßiger Ufervegetation und nahem Waldbestand. Dort fliegen die Männchen stundenlang auf der Suche nach Weibchen über die Wasseroberfläche.

Aufnahmen eines schlüpfenden Männchens der Glänzenden Smaragdlibelle:

9408h                         9423h

9428h                         9269h

Die Weibchen führen ein sehr zurückgezogenes Leben im Uferdickicht und zeigen sich nur zur Paarung am offenen Gewässer. Sie verfügen über einen stark ausgeprägten Legestachel. Obwohl die Art nicht häufig ist, könnte dieses "Instrument" zu dem Gerücht beigetragen haben, dass Libellen "stechen". (Was natürlich in keinster Weise zutrifft.)

9476h                       9488h

9605h                       9618h 

Die Glänzende Smaragdlibelle wird in Deutschland als stark gefährdet eingestuft. Sie ist per Gesetz besonders geschützt. Abschließend zeigen wir Aufnahmen eines ruhenden erwachsenen Männchens in der Ufervegetation eines kleinen Weihers.

6483d  6497d  6485d

6497dd

1309f

******************************************

Die ebenfalls zu den Falkenlibellen zählende Gefleckte Smaragdlibelle gilt als extrem gefährdet. Sie entspricht in ihrer Größe etwa der Glänzenden Smaragdlibelle. 6 Zentimeter Körperlänge und etwa 8 Zentimeter Flügelspannweite sind die Norm. Je nach Lichteinfall erscheinen die Tiere in einem sehr dunklen Grün, ansonsten wirken sie fast glänzend schwarz. Sie bewohnen sumpfige Wiesen und Flachmoore sowie kleine Moortümpel. Offene Gewässer werden meist gemieden. Die Männchen weisen am Hinterleib kleine hellgelbe Flecken auf, die mit zunehmendem Alter dunkel werden und somit kaum noch erkennbar sind. Die Flugzeit reicht von Juni bis in den September. Unsere Aufnahmen zeigen ein älteres Männchen der Art. Wie alle Falkenlibellen ist auch die Gefleckte Smaragdlibelle eine Dauerfliegerin, die sich nur sehr selten und kurz niedersetzt. Ihre Larven brauchen drei Jahre bis zur Entwicklung zum Fluginsekt. Durch die zunehmende Entwässerung ihrer Lebensräume ist diese Art vom Aussterben bedroht.

01345d      3156d       01349d

Nachfolgend einige Aufnahmen vom Schlupf dieser sehr seltenen Gefleckten Smaragdlibelle. Anhand der Bildreihenfolge können der Ausfärbungsprozess und die leuchtenden Farben der Jungtiere schön erkannt werden.

9492h                         9458h


9455h                         9467h

9522h                         9525h


9486h

*************************************************************************

        Home        Libellen en bloc        Impressum