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Fluss- und Quelljungfern

Die Arten auf dieser Seite:

Flussjungfern

Kleine Zangenlibelle, Westliche Keiljungfer, Gemeine Keiljungfer, Grüne Flussjungfer

Quelljungfern

Zweigestreifte Quelljungfer

Eine eigene Gattung innerhalb der Großlibellen bilden die Flussjungfern. Eine der seltensten unter ihnen, die Kleine Zangenlibelle, hat uns zum Fotoshooting eingeladen. Sie wurde seit 1925 im Naturschutzgebiet "Wahner Heide" nicht mehr sicher nachgewiesen und galt, gemäß der Roten Liste für bedrohte Tierarten, in der gesamten Niederrheinischen Bucht als ausgestorben. Waldschrat-online.de hat sie nach fast 100 Jahren wieder entdeckt. Ihren Namen verdankt sie dem zangenähnlichen Gebilde am Hinterleib. Feurig schwarz-gelb gezeichnet und mit grünen Facettenaugen versehen, zählt sie zu den schönsten Jungfern unter den Großlibellen.

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Für das Weibchen der Kleinen Zangenlibelle gilt logischerweise das Gleiche. Im Aussehen sich von dem Männchen der Gattung stark unterscheidend, hielten wir sie zuerst für eine Grüne Flussjungfer, was schon etwas Besonderes gewesen wäre. Zu Rate gezogene Experten konnten dieses Insekt letztlich korrekt bestimmen und freuten sich zusammen mit uns über die Wiederentdeckung einer ausgestorben geglaubten Spezies.

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Die Kleine Zangenlibelle wird etwa 50 Millimeter groß und erreicht eine Flügelspannweite von 75 Millimetern. Das Gelb der erwachsenen Tiere geht in Thoraxbereich ins Grünliche über. Am Hinterleib verblasst das Gelbe mit der Zeit ins Weißliche. Auffälligstes Merkmal sind die mächtigen Zangen am Hinterleib des Männchens, die der Art ihren Namen gab.

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Die Flugzeit der Art begint in unseren Breiten ab Mitte Juni und endet etwa Ende August. Sie entwickelt sich an schnell fließenden klaren Bächen und kleineren Flüssen mit entsprechend guter Wasserqualität. Die Uferbereiche sollten sandige Stellen aufweisen, damit sich die Larven darin voll entwickeln können. Ihre Entwicklungszeit wird auf 3 bis 5 Jahre geschätzt. Die Art ist bei uns extrem gefährdet, es sind nur wenige Fundstellen bekannt. Nun fliegt sie auch in der Wahner Heide wieder, worüber wir nicht unglücklich sind.

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Wie die Kleine Zangenlibelle gehört die Westliche Keiljungferzu den Flussjungfern in der artenreichen Großlibellenfamilie. In Form und Größe geht sie mit der Kleinen Zangenlibelle konform, im Aussehen ist sie  weniger auffällig. 

Laut zeitgenössischer Literatur ist sie die einzige Gattung von Flussjungfern, die sowohl mit fließenden als auch mit stehenden Gewässern als Habitat klar kommt. Diese Aussage bedarf  dringend einer Korrektur, denn jüngste Beobachtungen haben bewiesen, dass nicht nur die Westliche Keiljungfer, sondern auch die Gemeine Keiljungfer, die wir im Anschluss vorstellen werden, sich auf beide Gewässertypen eingestellt hat.

Der Schlupf der Westlichen Keiljungfer geht sehr rasch vonstatten. Wie Ihr an den eingeblendeten Zeiten sehen könnt, vollzieht sich die Umwandlung von der Larve zum flugfähigen Insekt innerhalb einer knappen Stunde. Zudem schlüpft sie sehr verborgen im ufernahen Gras und ist nur sehr schwer auszumachen. Die Larven härten hier in waagerechter Position aus und die Libelle steigt senkrecht aus ihr hervor. Ihren Hinterleib zieht sie in halbschräger Position aus der Larve, ohne vorher, wie andere Großlibellen, kopfunter eine Weile verharrt zu haben. Die Flügel gewinnen sehr schnell an Größe, der Hinterleib folgt nach. Auch beim Flügel trocknen verliert sie keine Zeit. Sie legt quasi einen Kaltstart hin.

Normalerweise entfernt sich die Libelle ein gutes Stück von der Larve und steigt zum Trocknen nach oben. Hier hatte die Larve keinen guten Platz gewählt, die Libelle hatte nichts zum Klettern. Es ist trotzdem gut gegangen. Dass dies nicht immer der Fall ist, zeigen die letzten beiden Bilder. Missbildungen kommen immer mal vor und werden von den natürlichen Feinden der Libellen, wie den Spinnen, sofort bemerkt und ausgenutzt.

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Charakteristisch für alle Flussjungfern sind die weit auseinander stehenden Facettenaugen. Dazwischen liegen drei Punktaugen, die jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die folgenden Aufnahmen zeigen Jungtiere dieser Art.


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Eine frisch ihrer Exuvie (Bild unten Mitte) entschlüpfte Westliche Keiljungfer weist eine deutlich andere Färbung auf. Dadurch ist sie leicht mit anderen Flußjungfenrarten zu verwechseln. Stunde um Stunde wechselt sie ihr Aussehen, bis sie vollständig ausgefärbt und erwachsen ist.

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Die Augen leuchten blau - grün und die schwarze Untergrundfarbe tritt hervor. Hier seht Ihr ein fertig ausgefärbtes Männchen der Westlichen Keiljungfer.

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Die Weibchen dieser Flussjungfernart erscheinen etwas heller als die Männchen, da  bei ihnen die  Farbe Gelb mehr in den Vordergrund rückt. Die Augenpartien beider Geschlechter sind bei dieser Gattung gleich gefärbt.

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An Baggerseen, Flüssen und Kanälen bis hin zu breiten Strömen kann man mit etwas Glück (da sie selten geworden ist) die Gemeine Keiljungfer finden. Sie ist, was den Körperbau betrifft, die kräftigste Libelle aus der Gattung der Flussjungfern. Der stämmige Körper hat eine Länge von ca. 5 Zentimetern. Die Flügelspannweite beträgt bis zu 7 Zentimeter. Ihren Namen erhielt sie aufgrund der keilförmigen Form ihres Hinterleibes. Die Libelle entfernt sich bis zur Geschlechtsreife bis zu mehreren Kilometern vom Schlupfgewässer. Wir fanden dieses Exemplar am Rande eines Rapsfeldes, scheinbar auf Beuteflug. Die Aufnahmen der Bildreihe unten zeigen ein Männchen dieser Flussjungfernart.

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Das Weibchen der Gemeinen Keiljungfer ist ebenfalls kräftig gebaut. Die Färbung des Tieres beschränkt sich auf ein kräftiges schwarz - gelb. Im Unterschied zum Männchen ist ihr Hinterleibsende kaum keulig verdickt. Die Paarung dieser Libellenart findet in dichtem Uferbewuchs statt. Danach fliegt das Weibchen auf das offene Wasser hinaus, wo es statt einzelner Eier ein circa erbsengroßes Eipaket auspresst und auf die Wasseroberfläche fallen lässt. Hier einige Aufnahmen der weiblichen Libelle. Typisch sind auch hier die bei Flussjungfern weit auseinander stehenden Augen.

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Die Grüne Flussjungfer, auch fälschlicher Weise als Grüne Keiljungfer bezeichnet, ist eine recht kräftig gebaute Libelle aus der Familie der Flussjungfern. Mit einer Flügelspannweite von 7.5 Zentimetern und einer Körperlänge von bis zu 6 Zentimetern zählt sie zu den mittelgroßen Libellen. Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt im Osten Europas bis nach Kasachstan. Nach Westen hin wird sie immer seltener. Westlich des Rheins fehlt die Art.

Dank ihrer auffälligen Färbung, der lindgrünen Brust und des schwarz - gelben Hinterleibs, ist sie in der freien Natur optimal getarnt und sehr schwer auszumachen. Darüber hinaus zählt die Grüne Flussjungfer zu den scheuesten Libellen überhaupt. Männchen und Weibchen der Art sehen in etwa gleich aus, zeigen also keinen Sexualdimorphismus.

Wir zeigen hier Bilder vom Schlupf eines Weibchens der Grünen Flussjungfer.

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Der Lebensraum dieser Art sind fliessende Gewässer mit entsprechend guter Wasserqualität. Dies können Bäche von 50 Zentimetern Breite, aber auch große Flüsse sein, die eine entsprechend dicht bewachsene Unfervegetation aufweisen.

Die Grüne Flussjungfer ist eine reine Hochsommerart. Ihre Flugzeit beginnt Mitte Juli und endet im Oktober. Die erwachsenen Tiere sitzen meist auf Ansitzen oder Steinen inmitten des Gewässers, wo sie für viele Feinde, einschließlich des Naturfotografen, schwer erreichbar sind.

Dem entsprechend muss man, angemessen gekleidet, mit der gesamten Ausrüstung ins Wasser. Darauf hoffend, dass das Fließgewässer nicht all zu tief und der Boden wenig schlammig und frei von unbekanten Gegenständen ist, nähert man sich sehr vorsichtig dem Objekt der Begierde, der Grünen Flußjungfer. Die nachfolgenden Aufnahmen sind das Ergebnis solcher Risiken und Mühen.

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Die Paarung der Art beginnt sofort ohne Tandembildung mit dem Paarungsrad. Die Paarung dauert 5  bis 10 Minuten und findet sitzend im Verborgenen statt. Die Eiablage erfolgt in einem etwas außergewöhnlichen Modus: Das Weibchen presst sitzend einen ungefähr erbsengroßen Eiballen aus, den es dann über dem Wasser abwirft. Für ihre Entwicklung benötigt sie drei Jahre.

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Die Grüne Flussjunger hat den Status "Vom Aussterben bedroht" und stellt eine Art der sogenanten  FFH - Richtlinien dar. FFH = Fauna - Flora - Habitat. Der Lebensraum der Tiere ist demnach von behördlicher Seite als Naturschutzgebiet auszuweisen, in welchem für Besucher strenge Verhaltensmaßregeln gelten. Auch in diesem Fall dürfen wir den Fundort der Art, insbesondere das Schlupfhabitat nicht veröffentlichen. Die Libelle ist nach internationalem Recht streng geschützt und darf nicht "belästigt" werden, was im Grunde genommen das Fotografieren mit einschließt.

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Quelljungfern

Eine weitere sensationelle Neuentdeckung in unserer Region könnt ihr auf den nun folgenden Aufnahmen bewundern.

Eine der zwei in Europa vorkommenden Arten aus der Gattung der Quelljungfern ist die Zweigestreifte Quelljungfer.

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Mit einer Länge von fast 9 Zentimetern und einer Flügelspannweite von gut 11 Zentimetern ist sie die Größte hier vorkommenden Libellen überhaupt. Ihre Ausmaße übertreffen sogar die der großen Edellibellen. Die Zweigestreifte Quelljungfer ist sehr selten und in Deutschland gesetzlich "besonders geschützt". Sie kommt lediglich an sehr sauberen Bächen und kleinen Rinnsalen vor. Dort patrouilliert sie den Bachlauf auf und ab und setzt sich dabei gelegentlich nieder. Da sie, trotz ihrer gelben Zeichnung, recht dunkel erscheint, ist sie sehr schwer zu finden.

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Die Männchen der Art fliegen in niedriger Höhe, etwa 30 cm über der Oberfläche der Bachläufe auf und ab, um nach Weibchen Ausschau zu halten. Feste Reviere scheinen sie nicht zu kennen, da sich der Aktionsradius der Tiere ständig verlagert. Die Weibchen der Zweigestreiften Quelljungfer kommen nur zur Paarung ans Gewässer und leben ansonsten versteckt in der Vegetation.

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Die Zweigestreifte Quelljungfer benötigt für ihre Entwicklung die längste Zeit. Vom Ei bis zu flugfähigen Libelle dauert diese fünf Jahre.



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