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Granataugen

Das Große Granatauge

Aus der Familie der Schlanklibellen stellen wir nun das Große Granatauge vor. Diese 35 Millimeter lange und mit einer Flügelspannweite von 50 Millimetern Breite ausgestattete Kleinlibelle lebt sehr scheu auf Teichrosenblättern, inmitten von stehenden Gewässern. Dort besetzen die Männchen, die man an den leuchtend roten Augen erkennt, ein etwa 6 Quadratmeter großes Revier, in dem sie nach Weibchen Ausschau halten. Dieser Raum wird gegenüber Artgenossen und sogar gegen Großlibellen aggressiv verteidigt.

Das Bild unten zeigt eine Nahaufnahme eines Männchens des Großen Granatauges mit starken Milbenbefall. Libellen dieser Art haben oft unter Parasiten zu leiden.

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Die Jungtiere der Art sind noch recht einheitlich grün-braun gefärbt. Die charakteristischen roten Augen erkennt man erst ansatzweise. Die letzten beiden Hinterleibssegmente der Männchen beginnen sich bereits blau zu färben. So nah wie hier kommt man diesen wunderschönen Kleinlibellen nur kurz nach dem Schlupf, da sie als erwachsene Tiere weit draussen auf dem Wasser auf der Schwimmblattvegetation leben.

Die folgenden Aufnahmen zeigen männliche Jungtiere.

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Hier sind nun junge Weibchen zu sehen. Vergleicht einmal die Hinterleibsanhänge, dann könnt Ihr den Unterschied feststellen.

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Der Kopf  des Großen Granatauges misst in seiner Breite etwa 3,5 Millimeter. Extrem nahe aufgenommen, erkennt man die einzelnen Punktaugen zwischen den großen Facettenaugen. Diese dienen der Kleinlibelle zur Licht- und Entfernungsmessung. Interessant ist die farbliche Entwicklung bis zur Geschlechtsreife der Tiere innerhalb von etwa 10 Tagen. Links ein Jungtier, rechts ein erwachsenes Großen Granatauge. Spätestens hier wird der Name verständlich.



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Diese kleinen Geschöpfe sind zu wahren Höchstleistungen fähig. Nach der Paarung taucht das Weibchen zur Eiablage, nicht selten mit dem Männchen in Tandemformation, bis zu 60 Zentimeter tief ins Wasser ab und kann bis zu einer Stunde unter Wasser bleiben. Nachdem die Eier in Pflanzenteile eingestochen wurden, lässt es sich wieder an die Oberfläche treiben.

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Leider endet ein Hochzeitsflug nicht immer mit einer Eiablage, sondern manchmal im Netz einer Spinne. In diesem Fall wurde ein Pärchen von einer Schilfradspinne erbeutet. Die Art baut ihre zum Teil sehr großen Netze in der Ufervegetation stehender Gewässer. Deutlich sind hier die roten Augen des männlichen Opfers zu sehen.

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Das Männchen des Großen Granatauges ist von dem des Kleinen Granatauges relativ gut durch die beiden letzten Hinterleibssegmente zu unterscheiden. Beim Großen Granatauge ist dieses vollständig blau, während bei dem Kleinen Granatauge eine kleine, schwarze, X-förmige Zeichnung als Bestimmungsmerkmal dient, wie Ihr weiter unten im Artenprofil auf dieser Seite sehen könnt.

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Die erwachsenen Weibchen der Art sind gelblich - grün gefärbt. Mitunter können auch blau gefärbte Variationen auftreten.


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Das Kleine Granatauge


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Das Kleine Granatauge erreicht eine Körperlänge vom 30 Millimetern und eine Flügelspannweite von ca. 40 Millimetern. Die Flugzeit beginnt bei dieser Art etwas später im Jahr. Man findet die Tiere ab Mitte Juni bis in den September hinein. Meist halten sich die adulten Granataugen auf Schwimmblättern von See- und Teichrosen auf, die weit draußen auf stehenden Gewässern zu finden sind.

Die jungen, noch nicht geschlechtsreifen Tiere sind teilweise bis zu mehreren hundert Metern vom Gewässer entfernt abseits der Uferregionen zu finden. Dort jagen sie nach Beutetieren oder sonnen sich an hellen Plätzen in halbhoher Vegetation. Mit einer guten Portion Geduld kann man die als recht scheu geltenden Tiere hier in ihrem Reifehabitat einmal ganz aus der Nähe beobachten. Die Kamera zeigt, dass auch die Kleinen Granataugen zu den teils witzig erscheinenden Kobolden der Lüfte gehören.

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Die leuchtend roten Augen entwickeln sich bei den Männchen erst mit Erreichen der Geschlechtsreife  zu einer intensiven Farbe. Doch schon beim frisch geschlüpften Männchen kann man  ansatzweise die roten Augen erkennen.

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Die Männchen sind anfangs, wie die Weibchen der Art, grün-gelb gezeichnet. Allerdings sind die Augen hier bereits , wie schon erwähnt, viel rötlicher und man kann schon ansatzweise die Blaufärbung der letzten Hinterleibssegmente erkennen.

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Die Weibchen der Art bleiben auch nach Erreichen der Geschlechtsreife in der Regel grünlich-gelb. Farbvarianten mit bläulichem Thorax und Abdomen kommen vor. (Bildmitte unten). Ihre Augen sind überwiegend grün mit nur einem an der oberen Hälfte hellen roten Farbton. Unsere Aufnahmen von den Jungtieren entstanden relativ weit vom Gewässer entfernt, an Haselnusssträuchern und jungen Erlen. Die Tiere nutzen die sonnenbeschienenen Blätter als Reife- und Jagdhabitat und zum Sonnenbaden.

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Die Männchen des Kleinen Granatauges, das nur unwesentlich kleiner ist als das Große Granatauge, unterscheiden sich von diesem, wie bereits beschrieben, durch eine stilisierte, X-förmige Zeichnung auf dem letzten Hinterleibssegment, welche in der Draufsicht gut  sichtbar ist. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die blaue Färbung auf der Unterseite des 8. Hinterleibsabschnittes, die bei dem Großen Grabatauge fehlt.

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Wie alle Libellen ernährt sich auch das Kleine Granatauge räuberisch. Dabei macht es Jagd auf Mücken und Fliegen. Gelegentlich macht es auch vor großen Brocken nicht halt. Hier, im Bild rechts unten, hat ein männliches Jungtier eine Schnake erbeutet. Erstaunlicher Weise schafft die Libelle es, das nahezu gleich große Opfer binnen weiniger Minuten mit Ausnahme der Flügel auf einen Sitz aufzufressen, ohne dabei sichtbar an Gewicht zuzulegen.

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Zur Paarung ergreift das Männchen mit seinen Hinterleibsanhängen das am Gewässer eingetroffene Weibchen, genau wie andere Libellenarten auch, am hinteren Rand der Vorderbrust. Im Flug wird dann vom Männchen eine geeignete Stelle ausgesucht, wobei die Art nicht wählerisch ist. Die Paarung, die sitzend stattfindet und einige Minuten dauert, findet sowohl auf Algenbewuchs an der Wasseroberfläche, auf festem Boden oder gar auf Bäumen statt. Hier ein paar Dokumente aus verschiedenen Perspektiven.

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Die Eiablage erfolgt, wie beim Großen Granatauge auch, in Tandemformation.  Das Paarungs- und Eiablagehabitat der Art bildet eine Schwimmblattvegetation aus Teich- und Seerosen sowie submerse Vegetation, die meist weit abgelegen, auf offener Wasserfläche liegt.  Die Eiablage geschieht oft aus Sicherheitsgründen in Gesellschaft, wie auf dem Bild unten zu sehen ist.

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Hier noch ein paar Aufnahmen von Tandemformationen und der Eiablage einzelner Pärchen des Kleinen Granatauges. Beachtet die unterschiedlichen Farbvarianten der Weibchen und wie weit diese mit dem Hinterleib ins Wasser tauchen.

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Es sei noch einmal bemerkt, dass die Fluchtdistanz der Granataugen im Allgemeinen sehr hoch ist. Diesen Tieren kann man sich nur mit äußerster Vorsicht nähern, will man zu einem guten Schnappschuß kommen. In der Regel reicht das Anheben der Kamera, um sie auffliegen zu lassen. Doch wie man sieht, gelingen mit ein wenig Geduld, auch hin und wieder Bilddokumentationen aus nächster Nähe.

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Die Pokal - Azurjungfer

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Wir möchten Euch auf dieser Seite  die Pokal- Azurjungfer vorstellen. Ursprünglich wurde diese Art den Azurjungfern zugeordnet, wie der Name schon sagt. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse haben aber gezeigt, dass eine nahe Verwandtschaft mit den Granataugen besteht. Aus diesem Grund wird die Pokal - Azurjungfer manchmal, wenn auch fälschlicherweise, als "Blaues Granatauge" bezeichnet. Diese Bezeichnung bezieht sich auf die Augen der Tiere, die, anders als bei den "herkömmlichen" Azurjungfern, auffallend blau sind. Unsere Aufnahmen zeigen männliche Tiere der Pokal - Azurjungfer.

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Diese  hellblau und schwarz, durch ihre Zeichnung auf dem Hinterleib typisch gezeichneten Tiere erreichen eine Flügelspannweite von 35 – 40 Millimetern und sind von sehr zierlicher Statur. Auf dem zweiten Hinterleibssegment findet man eine auffallende Zeichnung, die stark an einen Pokal erinnert.
Die Segmente 3-6 tragen einen lanzettförmigen, schwarzen Fleck, der nicht den vorderen Segmentrand erreicht. Die Segmente 7 und 8 sind oberseitig meist durchgehend schwarz, die Segmente 9 und 10 überwiegend blau.
Das Weibchen hat eine hellgrüne Färbung am Hinterleibsende, Hinterleibsanfang und an Kopf und Brust, die Seiten der Segmente 4-6 sind hellblau gefärbt.

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Die Pokal - Azurjungfer lebt mit vielen anderen Kleinlibellen, speziell anderen Azurjungfern, wie der Gemeinen Becherjungfer und der Hufeisen - Azurjungfer gerne vergesellschaftet. Selbst für einen erfahrenen und mit einem guten Auge ausgestatteten Naturbeobachter gestaltet sich die Aufgabe, diese Art in freier Natur von anderen blau-schwarz gezeichneten Schlanklibellen, sprich Azurjungfern, zu unterscheiden, als fast unlösbar. Dank der modernen Fotografie beginnt die Bestimmung erst nach einer jeden Exkursion zu Hause am Computer.

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Bei den Weibchen ist die Verwechslungsgefahr noch größer als bei den männlichen Tieren, die durch ihre großen blauen Augen etwas auffälliger sind.  Der Abdomenrücken des Weibchens ähnelt sehr stark der Rückenoberseite der Becher- oder Hufeisen - Azurjungfer. In seiner Färbung ist es jedoch ein wenig anders und weist einige Unterschiede auf. Der Brustabschnitt und die Hinterleibsbasis sind hellgrün gefärbt. Die Hinterleibssegmente 4 bis 6 schimmern hellblau, wie auf den folgenden Fotos zu sehen ist.

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Die Augen der Weibchen erinnern mehr an solche von jungen Granataugen. Von der unteren Augehälfte, die in einem gelblichen Grünton erscheint, gehen sie zur oberen Hälfte ins Rötliche über. Diese bunten Augen zeichnen sich durch eine ausgezeichnete Sehkraft aus, die dadurch verdeutlicht wird, dass ein an einem Halm sitzendes Tier seinem Beobachter immer die "Stirn bietet" und mit ihm, beinahe synchron, den Halm umkreist.

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Die Art fliegt von Juni/Juli bis in den September hinein an meist stehenden, vegetationsarmen Gewässern. Es werden auch gerne Baggerseen angenommen. Durch modernen Kiesabbau enstehen oft neue Gewässer, die nur sehr langsam von üppiger Vegetation überwuchert wird.  Derartige Kiesgruben bilden einen optimalen Lebensraum für diese Libellen, sodass die ehemals sehr seltene Art sich heute erfreulicherweise wieder in ihrem Bestand erholt. Hoffen wir, dass sich diese Prognose in den nächsten Jahren bestätigt und auch fortsetzt.


Nachfolgend noch einige Aufnahmen vom Paarungsverhalten der Pokal - Azurlungfer.

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