Mikrokosmos und vieles mehr...

                            Edellibellen

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Die obigen Aufnahmen zeigen ein Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer während des Fluges am Abend. Das einige der hier vorgestellten Edellibelellen noch bis in die Dämmerung aktiv sind und jagen, beweisen  diese einzigartigen Dokumente. Als eine unserer häufigsten Libellen ist  die Art an manchem Gartenteich zu Gast. Die Blaugrüne Mosaikjungfer wird auf dieser Seite noch ausführlich portraitiert.

Dicht unter der Wasseroberfläche eines Teiches erkennt man schemenhaft eine Gestalt von etwa zwei Zentimetern Größe. Optimal getarnt, da sie sich mit Schlammpartikeln behaftet hat, ist eine Großlibellenlarve auf der Jagd nach Beute. Sie ist ein gefräßiger Räuber und sucht nach Nahrung, die aus Kaulquappen, anderen Larven und sogar aus kleinen Fischen bestehen kann. Man braucht schon mehr als ein gutes Auge, um dieses Tier ausfindig zu machen. Ob dieser Tarnverkleidung ist eine Bestimmung der Art unmöglich. Je nach Gattung durchleben diese Larven ein bis fünf Jahre mit bis zu zwölf Entwicklungsstufen in ihrem Tümpel. Wie sie sich zum fertigen Fluginsekt, einer prachtvollen Großlibelle  entwickelt, seht Ihr im Laufe der nun folgenden Seite.

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Die Arten auf dieser Seite:

Große Königslibelle, Früher Schilfjäger, Blaugrüne Mosaikjungfer, Torf - Mosaikjungfer, Herbst - Mosaikjungfer, Braune Mosaikjungfer, Keilfleckmosaikjungfer, Hochmoor - Mosaikjungfer
 


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 (Männchen der Großen Königslibelle auf Patrouillenflug.)

Wenden wir uns nun   einem Superlativ zu: Die Große Königslibelle, die zur Familie der Edellibellen gehört, ist mit einer Körperlänge von 11 Zentimetern und einer eben so großen Flügelspannweite das größte Insekt Mitteleuropas.

Der Schlupf einer Großlibelle dauert - je nach Wetterlage und Art - zwischen einer und vier Stunden. Waldschrat-online.de möchte Euch dieses faszinierende Ereignis nicht vorenthalten und zeigt  die "Emergenz von Anax imperator" , den Schlupf der Großen Königslibelle von Beginn an:

Die etwa 5 Zentimeter große Larve der Großen Königslibelle hat nach zwei Jahren ihrer Entwicklung das Wasser verlassen und klettert an Binsenhalmen hoch. An deren Ende angekommen, ergreift sie, der größeren Haltbarkeit wegen, mehrere Halme. Nun erstarrt sie für eine Weile.

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                                                                            10:23 Uhr                                                                                 10:36 Uhr

Eine knappe Viertelstunde später platzt die Larvenhaut unterhalb des Kopfes auf. Als erstes erscheint der Brustbereich (Thorax) der neuen Libelle.

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                                  10:40 Uhr                                                                  10:41 Uhr                                                              10:43 Uhr

Der Beginn des Schlupfes geht zügig vonstatten. Bereits wenige Minuten später ist der Kopf des Insekts vollständig frei.

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                            10:44 Uhr                                                                     10:45 Uhr                                                                10:46 Uhr

Jetzt gleitet das Tier rücklings mit dem Kopf nach unten zu 80% aus der Larvenhülle heraus. Der erste Kraftakt ist geschafft. An den Zeitangaben erkennt ihr, dass es nun wesentlich langsamer voran geht. Die Libelle muß  erst ein wenig Luft holen. Sie atmet duch eine kleine Öffnung an der Seite des Brustkorbes. Sie macht Beingymnastik und putzt sich den Kopf. Nach etwa 75 Minuten schwingt sie ihren Vorderkörper mit einem Ruck nach oben und zieht den Hinterleib (Abdomen) aus der Exuvie heraus.

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                                 10:48 Uhr                                                                  11:19 Uhr                                                                 11:57 Uhr

Sich  aufrecht an der leeren Hülle festhaltend beginnt die Libelle damit, Hämolymphe (Blutflüssigkeit) in die kleinen zerknitterten Flügel und den Hinterleib zu pumpen, sodass sich alles zur vollen Größe entfalten kann. Gleichzeitig beginnt der der Körper zu trocknen und langsam Farbe anzunehmen.

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                                  12:17 Uhr                                                               12:34 Uhr                                                             12:43 Uhr  

Der Körper der Großlibelle hat nun seine aerodynamische Form erreicht. Eine halbe Stunde später öffnet das Tier zum ersten mal die jetzt gläsern schimmernden Flügel, die es nun nie wieder zusammenklappen wird. Einige Zeit darauf kündet ein leichtes Zittern der Schwingen den Jungfernflug an, der sie mit über 50 km/h in die Baumwipfel führt. Dort versteckt sie sich, vor Feinden sicher,  bis ihr Leib vollständig trocken, hart und ausgefärbt ist.  

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                            13:06 Uhr                                                               13:38 Uhr                                                                13:51 Uhr

Für die Libelle, die als Larve mehrere Jahre im Wasser gelebt hat, ist der Schlupf der gefährlichste Lebensabschnitt. In diesen vier Stunden ist sie völlig wehr- und hilflos. Ein ungünstiger Schlupfort bedeutet oft ein jähes Ende, da Vögel, Frösche, Echsen und Spinnen den Insekten nachstellen.

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Etwa drei Wochen nach dem Schlüpfen sind die Tiere geschlechtsreif. Nachdem sie ihre Jugend abseits des Wassers mit der Jagd verbracht haben, zieht es sie jetzt an die Gewässer zurück. Hier patrouillieren die Männchen in stundenlangem Dauerflug auf der Suche nach Weibchen hin und her. Diese leben, wie bei vielen Libellenarten üblich, zurückgezogen in der Vegetation.  Sie kommen nur zur Paarung in die Nähe von Gewässern. Am Nachmittag jedoch, geht der Patrouillenflug nahtlos in den Jagdflug über. Jetzt gehen beide Geschlechter auf Nahrungssuche. Am Flugverhalten der Tiere ist deutlich erkennbar, ob gesucht oder gejagt wird.

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(Männchen (links) und Weibchen der Großen Königslibelle auf Jagdflug.)

Wird während des Suchfluges des Männchens ein paarungswilliges Weibchen entdeckt, wird dieses sofort ergriffen. Nun fliegen die beiden Königslibellen in der Regel bis in die Baumkronen hinauf. Dort, oder in dichtem Schilfbewuchs,  findet die etwa zehn Minuten dauernde Paarung statt.  Aus diesem Grund sind Paarungsräder der Großen Königslibelle sehr selten zu beobachten.

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Nach dem ermüdenden Dauerflug und der anschließenden Paarung sucht das Männchen in der näheren Vegetation kurz nach Erholung.

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Das Weibchen geht unmittelbar nach der Paarung zur Eiablage über. Anders als bei vielen anderen Libellenarten, wird es dabei vom Männchen nicht bewacht. Deshalb kommt es während der Eiablage manchmal zu Attacken anderer paarungsbereiter Männchen, die das Weibchen mit viel Mühe parieren muß. Selbst anfliegende Kleinlibellen, die sonst eine sichere Beute sind, werden als störend empfunden und verjagt. (Die Aufnahme unten links lässt einen Größenunterschied zwischen Groß- und Kleinlibellen zu.)

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Mit hefitigen Flügelschlägen erzeugt das Weibchen den nötigen Druck, um die Eier in Pflanzenteile einzustechen. Die folgende Aufnahme zeigt diese Prozedur und den gleichzeitigen Angriff von drei Vierflecklibellen. Nicht selten werden die Weibchen bei der Eiablage Opfer eines Frosches oder von Fischen verschlungen.

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Dies alles findet meist vormittags statt. Nach dieser anstrengenden Arbeit zur Erhaltung der Art entfernt sich das Weibchen vom Gewässer, um im umliegenden Gebüsch etwas Ruhe zu finden.

Jetzt erst wird dem Beobachter die enorme Größe des Tieres offenbar. Die mächtigen Flügel erreichen fast 12 Zentimeter in ihrer Breite und der kräftig gebaute Körper des Weibchens übertrifft den des Männchens noch um Einiges.

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Am Nachmittag sieht man die größte aller Edellibellen wieder im Dauerflug. Dann ist sie, wie schon erwähnt, auf der Jagd. . Dabei werden kleine Insekten, aber auch große Schmetterlinge und auch andere Großlibellen erbeutet. Die imposanten Tiere sind von Mai bis in den August zu beobachten. Ihre Entwicklung schätzt man auf ein bis zwei Jahre.

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Die erste Edellibelle, die im Frühjahr fliegt, wird fälschlicher Weise oft "Kleine Mosaikjungfer" genannt. Die korrekte Bezeichnung für diese Großlibelle ist der Frühe Schilfjäger. Die Schlupfzeit der Tiere liegt im Mai eines jeden Jahres. Der Frühe Schilfjäger ist eine mittelgroße Libelle mit max. 8 Zentimetern Flügelspannweite und 6 Zentimetern Körperlänge. Besondere Kennzeichen sind die überbreiten hellbraunen Flügelmale, der behaarte Brustabschnitt (Thorax) sowie ein kleines gelbes Dreieck zwischen den blauen Augen. Die Libelle braucht für ihre Entwicklung zum Fluginsekt drei Jahre, die sie, wie alle Libellenarten, als räuberische Larve im Wassser zubringt. Mit etwas Glück kann man sie nach dieser Zeit das Wasser verlassen sehen und ihrer Umwandlung zum fertigen Insekt zuschauen.

Das folgende Foto zeigt eine Exuvie (leere Larvenhülle) des Frühen Schilfjägers. Typisch für diese Larven sind die verhältnismäßig langen Hinterleibe, mit den quergestreiften Rillen. Die Larven von Edellibellen werden zudem deutlich größer als jene von Segellibellen oder Flußjungfern. Die Bestimmung der Exuvie des Frühen Schilfjägers gestaltet sich recht einfach. Da die Art als erste Edellibelle im Jahr schlüpft und fliegt, kan sie aufgrund ihrer Gestalt nicht mit anderen Larven verwechselt werden.

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Diese beide frisch geschlüpften Tiere (Männchen links, Weibchen rechts) stehen kurz vor ihrem Jungfernflug.

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Wie alle Jungtiere von Groß- und Kleinlibellen unterscheiden sich in ihrer Färbung noch sehr deutlich von den alten, voll geschlechtsreifen Tieren, die ihr auf den nächsten Bildern seht. Der Ausfärbungsprozess zieht sich oft bis zur Geschlechtsreife hin. Während dieser Zeit trifft man die Libellen ganz selten in der Nähe von Gewässern an. Vielmehr jagen sie im Umfeld von bis zu einem Kilometer über Felder und Wiesen oder in Wäldern nach Nahrung.

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Der Frühe Schilfjäger erhielt seinen Namen, weil er auf der Suche nach Weibchen und auf der Flucht vor Feinden mit rasender Geschwindigkeit sehr geschickt durch dichtes Schilf fliegt. Entsprechend schwer ist es für den Fotografen einen Schnappschuß von diesem herrlichen Insekt zu bekommen. Da die Edellibelle ein Revier mit entsprechend dichtem Schilfbestand als Lebensraum braucht und  dieser nicht all zu häufig vorkommt, ist die Gattung entsprechend selten geworden. Theoretisch kann man den Schilfjäger leicht mit der Herbstmosaikjungfer verwechseln. Praktisch, das heißt in freier Natur ist dies unmöglich, da  die Flugzeit beider Edellibellen durch Monate getrennt ist.

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Bereits am 12. Juni konnten wir den ersten Schlupf einer Blaugrünen Mosaikjungfer beobachten. Diese Edellibelle fliegt eigentlich erst ab Juli durch die Gefilde. Sie ist unsere häufigste Edellibellenart und kann bis in den Oktober hinein beobachtet werden.

Leider mußten wir tatenlos zusehen, wie der Schlupf zur "Fehlgeburt" wurde. Viele ungünstige Umstände trugen dazu bei:

Die Larve hatte sich auf einem aus dem Wasser ragenden Zweig in der Mitte eines Tümpels, nur wenige Zentimeter über dem Wasserspiegel in waagerechter Position verankert. (Die optimale Schlupfstellung ist bei Großlibellen immer senkrecht. Fussjungfern bilden da eine Ausnahme.) Nachdem die Libelle sich mühsam aus der Exuvie befreit hatte, nahm sie diese für sie so wichtige senkrechte Haltung ein. Völlig ungeschützt sah sie sich ständigen Angriffen von Vierflecklibellen, Smaragdlibellen und der Großen Königslibelle ausgesetzt. Zudem hing sie in einer angenehmen Zubeisshöhe für Frösche.

Die vielfach überlegenen und feindlich gesonnenen Großlibellen der genannten Arten attackierten die Edellibelle heftig. Die beigebrachten Verletzungen führten zum Austritt von Hämolymphe (die grüne Blutflüssigkeit ist deutlich zu sehen), sodass das Tier noch vor seinem Jungfernflug verendete.  Die folgende Bildserie zeigt die junge Blaugrüne Mosaikjungfer kurz vor ihrem Ende.

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Geht ein Schlupf normal vonstatten,  so führt der Jungfernflug die große Libelle bis in die höchsten Baumkronen hinauf, wo das Tier in den nächsten Stunden aushärtet. Danach geht die Blaugrüne Mosaikjungfer auf Nahrungssuche, die in niedrigen Flughöhen statt findet.

Die Bildreihe unten zeigt ein noch nicht ausgefärbtes männliches Jungtier. 

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Fertig ausgefärbte und geschlechtsreife Männchen besetzen große Reviere, die teilweise sehr weit vom Gewässer entfernt liegen. Man kann die Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer in Wäldern und auf Lichtungen, nicht selten auch an Gartenteichen bei der Jagd beobachten. Zur Paarungszeit kommen die Tiere dann ans Wasser zurück, um im Dauerflug nach Weibchen Ausschau zu halten. Dabei werden neue Reviere besetzt und alle Eindringlinge riguros vertrieben. Ganz selten setzen sich die schön gefärbten Tiere nieder.

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Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist unsere häufigste Edellibelle. Sie zeigt sehr wenig Scheu vor dem Menschen und nähert sich ihm manchmal recht neugierig bis auf wenige Zentimeter. Daher wird diese Annäherung vom Laien fälschlicherweise  als Angriff gewertet, was den Libellen bis heute einen auf Unkenntnis basierenden, schlechten Ruf eingebracht hat.  Unsere Flugaufnahmen von diesen herrlich gezeichneten   Tieren sollen dazu beitragen, diese Vorurteile zu beseitigen. Trotz ihrer Größe sind diese Insekten für uns völlig harmlos. Die Flugeigenschaften dieser höchst eleganten Flieger wurden schon eingehend erklärt.

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Die Weibchen der Blaugrünen Mosaikjungfer erreichen mit etwa neun Zentimetern Körperlänge und elf Zentimetern Flügelspannweite die gleiche Größe wie die Männchen. Bei der Färbung der Tiere hat Mutter Natur aus Gründen der Tarnung gänzlich auf den Blauton verzichtet. Vollständig braun - grün gezeichnet ist die Edellibelle in niedriger Vegetation so gut wie nicht zu entdecken. 

Nach der Paarung, die am Wasser beginnt und in den Bäumen endet, fliegt das Weibchen zur Eiablage ans Gewässer. Dort werden, vom Männchen unbewacht, die Eier in verschiedene Substrate, wie tote Baumstümpfe oder Moose eingestochen.

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Nach dem Paarungsstress gönnt sich das Weibchen eine kleine Ruhepause. Normalerweise wird dazu die dichte Vegetation im Uferbereich der Ablagegewässer bevorzugt. In seltenen Fällen reicht auch der Ast eines Baumes oder das Hosenbein des Fotografen als Ruheplatz.

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Im dichten Binsenbewuchs eines schwer zugänglichen Tümpels seht Ihr hier eine seltene Edellibelle beim Schlupf. Es ist etwa 13 Jahre her, seit dem die Torf - Mosaikjungfer  in unseren Regionen das letzte Mal gesichtet wurde. Da es regnete und sehr windig war, dauerte der Vorgang mehr als vier Stunden und wurde für das Tier zu einer ersten Belastungsprobe. Die Torf - Mosaikjungfer ist eine sehr große Libelle. Sie weist eine Körperlänge von etwa 9 Zentimetern und eine Flügelspannweite von bis zu 10,5 Zentimetern auf. Wie ihr Name schon sagt, ist sie an das Vorkommen von Torfmoosen gebunden. Da diese nicht sehr häufig vorkommen, ist ihr Bestand extrem gefährdet.

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Ein kräftiger Regenschauer und böige Winde sorten dafür, dass der Schlupfvorgang sehr lange dauerte. Die Wassertropfen, über den ganzen Libellenkörper verteilt, sind deutlich zu erkennen.

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Nach gut vier Stunden hatte die junge Torf - Mosaikjungfer das Schlimmste überstanden. Der Leib ist wieder trocken und die Flügel sind aufgeklappt. Die Edellibelle startet in Kürze zu ihrem Jungfernflug.

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Dieser führt sie bis auf zwanzig Metern Höhe in die naheliegenden Baumkronen. Dort bleibt sie die nächsten Stunden versteckt, bis ihr Körper vollständig ausgehärtet ist. Einzig die leere Larvenhülle (Exuvie) bleibt zwischen den Binsen zurück.

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Geschlechtsreife und  fertig ausgefärbte Männchen können leicht mit männlichen Jungtieren der Blaugrünen Mosaikjungfer verwechselt werden. Eine weitere Verwechslungsgefahr besteht mit den erwachsenen Männchen der Herbst - Mosaikjungfer, die alle zeitgleich fliegen. Da die Tiere recht scheu sind und ein vorsichtiges Annähern schwer ist, erfolgt eine sichere Bestimmung meist erst Anhand von guten Fotografien. Die folgenden Aufnahmen zeigen erwachene Männchen der Torf - Mosaikjungfer.

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Auch bei dieser Edellibellenart zeichnen dich die Männchen als extreme Dauerflieger aus. Auf der Suche nach Weibchen gehen sie dabei oft in einen sogenennten "Rüttelflug" über. Das heisst, dass die für mehrere Sekunden an einer Stelle schweben, um die nähere Umgebung abzusuchen. Wird ein paarungsbereites Weibchen in der niedrigen Gräser- und Moorvegetation entdeckt, kommt es zum Paarungsritual, dass im Flug beginnt und nach wenigen Minuten in den Bäumen endet.

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Wie schwer die zurückgezogen lebenden  Weibchen der Torf - Mosaikjungfer zwischen den Gräsern von Moorwiesen und Tümpeln zu entdecken sind, sollen die nachfolgenden Aufnahmen verdeutlichen.  Hier wird es nachvollziehbar, dass die Männchen oft stundenlang im Flug nach ihnen suchen müssen. Von uns Fotografen wollen wir gar nicht erst reden.

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 Die relativ große Edellibelle benötigt für ihre Entwicklung etwas 10 Monate. Entsprechend überwintert die Art als Ei, bevor im Juni des Folgejahres die ersten Tiere als Larve das Wasser verlassen. Bei der Eiablage wird das Weibchen vom Männchen nicht bewacht. Auch hier kommt die erstklassige Tarnfärbung dem Weibchen zugute. Ist es doch so vor Angriffen möglicher Feinde bestens geschützt.

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Anfang September ist die Hauptflug- und Paarungszeit der Herbst - Mosaikjungfer. Sie beginnt Ende Juli / Anfang August und endet mit den ersten kalten Nächten Ende Oktober / Anfang November. Diese Edellibelle taucht als letzte ihrer Gattung im Jahr auf und ist schon ab 10° C aktiv. Ihr Name weisst auf die späte Flugzeit hin. Sie ist etwas kleiner als die anderen Edellibellen und erreicht in etwa die Größe des Frühen Schilfjägers, mit dem sie auf Bildern leicht verwechselt werden kann. In freier Natur ist dies jedoch nicht möglich, da zur Flugzeit der Herbst - Mosaikjungfer der Frühe Schilfjäger schon lange nicht mehr fliegt.

Die Körperlänge von 6 Zentimetern und eine Flügelspannweite von 8 Zentimetern wird bei dieser mittelgroßen Edellibelle nicht überschritten.  Anders als bei vielen anderen Edellibellen kann man die Herbst - Mosaikjungfer öfters sitzend beobachten. Hin und wieder in einer für Libellen untypischen waagerechten Haltung. Allerdings geschieht dies meist in ihrem bevorzugten Habitat, welches aus einem großen, stehenden Gewässer mit dichtem Schilfbewuchs in den Uferregionen bestehen. 

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Die männlichen Tiere dieser Edellibellenart suchen im schnellen Flug, in heller Aufregung und sich ständig in der Luft attakierend, nach Weibchen. Dabei schaffen sie es noch, dank ihrer überragenden Flugkünste, Spinnennetzen auszuweichen.

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Ein Männchen der Herbst - Mosaikjungfer auf Jagdflug. Unten im direkten Anflug auf den Fotografen.

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Die weiblichen Herbstmosaikjungfern führen wie viele Edellibellenarten, ein sehr diskretes Leben im dichten Schilf und sind, dank ihres bräunlichen Tarnkleides, nur sehr schwer auszumachen. Oft trifft man sie auch weit entfernt vom Gewässer über Wiesen und an Waldrändern auf der Suche nach Nahrung an. Erst zur Hauptpaarungszeit suchen sie ihre angestammten Gewässer wieder auf.

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Die Paarung beginnt in der Luft und wird im Schilf des Seeufers fortgesetzt. Dieses Ritual, welches auf die charakteristische Libellenart im sogenannten "Paarungsrad" stattfindet, dauert bei der Herbst - Mosaikjungfrer zwischen 20 Minuten und etwa einer Stunde. Die Art benötigt für ihre Entwicklung vom Ei bis zur Libelle ein Jahr.

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Ein weiteres Mitglied aus der Familie der Edellibellen ist die Braune Mosaikjungfer. Sie kommt in unseren heimischen Gefilden, im Westen Deutschlands, nicht häufig vor. Wenn es gelingt, sie zu beobachten, dann meistens, wie bei ihren anderen Verwandten, im Dauerflug.  Die Braune Mosaikjungfer ist nur geringfügig kleiner als die Große Königslibelle oder die Blaugrüne Mosaikjungfer. In der Körperlänge misst sie 9 Zentimeter wobei eine Flügelspannweite von maximal 10,5 Zentimeter erreicht werden können.

Die Braune Mosaikjungfer erscheint in einem nahzu vollständigen Braunton mit kleinen hellblauen Färbungen. An der Thoraxseite weist sie hellgelbe schmale Streifen auf. Hier ist besonders zu beachten, dass auch die Flügel braun gefärbt sind. Alle anderen Edellibellen verfügen über glasklare Flügel. daher ist die Braune Mosaikjungfer auch im Flug leicht zu erkennen. Hier finden wir die zweite Besonderheit dieses Tieres. Sie fliegt, entgegen aller anderen Libellearten deutlich höher. Während die meisten Großlibellen in einer Flughöhe von 1 - 2 Metern über den Gewässern patrouillieren, fliegt sie meist 2 - 3 Meter höher.

Die Paarung finden im dichten Bewuchs von größeren Stillgewässern statt. Die Entwicklungszeit der Braunen Mosaikjungfer beträgt etwa drei Jahre.

Wir bekamen sie im Sommer 2009 nicht oft zu Gesicht. daher möchten wir an dieserStelle namentlich Herrn Horst Günter Neuhoff und Herrn Jochen Rodenkirchen, ihrerseits mit uns befreundete Fotografen und Libellenexperten unseren aufrichtigen Dank aussprechen, da sie uns einige Ihrer Aufnahmen für Euch zur Verfügung stellten.

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Die Aufnahmen unten zeigen ein Weibchen bei der Eiablage.

                               

Bilder eines weiteren Weibchens, unter anderem im Clos - up wurden uns von dem Experten Jochen Rodenkirchen leihweise zur Verfügung gestellt. An diese Stelle noch einmal unseren herzlichen Dank!

                  

Zu der Art ist noch zu sagen, dass sie im eigentlichen Sinne ein reines Waldtier ist. Nahe offenen Gewässern sucht man sie vergebens. Die Braune Mosaikjunger sieht sich gerne von hohen Bäumen umgeben. Wenn dann noch ein stilles, nicht allzu kleines Gewässer in der Nähe ist, so hat sie ihr Refugium gefunden. 

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Auch im Jahr 2010 gelang dem Team Waldschrat-online.de wieder eine Erstentdeckung. Im Bereich der Bergischen Heideterrasse fehlte die nun folgende Art bis heute.

DieKeilflecklibelle oder auch Keilfleck - Mosaikjungfer konnte im Juli von uns erstmals in diesem Gebiet fotografisch nachgewiesen werden.

Die Keilfleck - Mosaikjungfer ist etwas kleiner als ihre edlen Verwandten, die Große Königslibelle und die Blaugrüne Mosaikjungfer. In der Färbung ähnelt sie der Braunen Mosaikjungfer, ist jedoch bei genauem Hinsehen deutlich von ihr zu unterscheiden.

Die Edellibelle weist einen durchgehend bräunlich roten Leib auf und hat im Gegensatz zur Braunen Mosaikjungfer klare Flügel. Ihre Augen sind leuchtend grün.



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Auffallend ist der gelbe keilförmige Fleck auf dem 2. Segment des Hinterleibs (Abdomens), der die Art ihren Namen verdankt. Beide Geschlechter sehen bis auf die Hinterleibsanhänge gleich aus. Unsere Bilder zeigen ein erwachsenes Männchen.



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Die Keilfleck - Mosaikjungfer ist eine ausgesprochene Tieflandlibelle, deren Habitat aus stehenden Gewässern mit reichlich Schilfvorkommen bestehen muss. Gelegentlich trifft man sie auch an sehr langsam fließenden Altwassern an. Die Art ist im gesamten Mitteleuropa eher selten und kommt häufiger in Urstromtälern vor. Es handelt sich um eine sehr scheue Edellibelle, der man sich nur äußerst vorsichtig nähern kann. Die Keilflecklibelle gilt in Deutschland als stark gefährdet. Ihre Flugzeit reicht von Mitte Mai bis Anfang August.

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Sie sieht der Torf – Mosaikjungfer zum verwechseln ähnlich. Dies ist mit Sicherheit einer der Gründe, warum diese herrliche Edellibellenart erst im Jahre 1927 entdeckt wurde. Mit 80 Millimetern Körperlänge und einer Flügelspannweite von annähernd 100 Millimetern entspricht die extrem seltene Hochmoor - Mosaikjungfer auch in der Größe ihrer Doppelgängerin.

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Die Färbung des Männchens ist jedoch um einiges blasser. Die beiden gelben Thorax – Seitenstreifen sind etwas breiter und wechseln in Richtung Flügelansätze ins Hellblaue. Ein dritter, schmaler Seitenstreifen, der den Thorax mittig durchquert ist ein sicheres Erkennungsmerkmal. Noch deutlicher ist jedoch die Zeichnung des Abdomens. Hier sind mehr Gelbanteile zu erkennen, die in kleinen gezackten Mustern den gesamten Hinterleib zieren.
Beim Weibchen ist die Bestimmung noch schwerer vorzunehmen. Hier schaut man am besten auf den Kopf der Tiere. Bei beiden Geschlechtern ist der hintere Rand des Kopfes schwarz. Bei der Torf – Mosaikjungfer findet man am Hinterkopf zwischen den Augen ein kleines gelbes Dreieck. Diese kleine aber zur Bestimmung doch markante Zeichnung fehlt bei der Hochmoor – Mosaikjungfer.


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Die Tiere sind ob ihres Erscheinungsbildes optimal getarnt. Als typische Vertreter der Edellibellen handelt es sich bei der Art ebenfalls um extreme Dauerflieger, die sich nur selten niedersetzen.
In ihrem Lebensraum ist diese seltene Großlibelle an Moore mit Torfmoosvorkommen gebunden. Rekultivierte Torfstiche werden ebenfalls als Habitat besiedelt. Da solche Refugien nur noch selten auf der Landkarte zu finden sind, gibt es von der Hochmoor – Mosaikjungfer nur noch einzelne Streuvorkommen zu vermelden.

Die Art steht in Deutschland unter strengem Naturschutz und hat in der „Roten Liste“ den Status „Stark gefährdet“. Ihre Flugzeit liegt zwischen Mitte Juli und Mitte September.

Zum direkten Vergleich fügen wir hier noch zusätzlich Aufnahmen von Paarungsrädern der Torf – Mosaikjungfer sowie der Herbst – Mosaikjungfer bei. Da alle Arten zeitgleich vorkommen, ist ein direktes Ansprechen der einzelnen Arten in der freien Natur mehr als schwierig. Beim Vergrößern der Bilder sind die erwähnten Erkennungsmerkmale an Thorax und Abdomen gut erkennbar.


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               Pärchen der Torf - Mosaikjungfer                                              Pärchen der Herbst - Mosaikjungfer

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