Heidelibellen
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Allgemeines:
Mit den Heidelibellen greifen wir nun ein sehr komplexes Thema auf.
Waldschrat - online.de möchte Euch die Heidelibellen anhand ihrer Anzahl an Individuen, ihren verschiedenen Farben und Formen während eines jeden Altersabschnittes sowie ihren einzelnen Merkmalen, die zur Bestimmung einer jeden Art dienen, gerne näher erläutern.
Da sich die Bestimmung bei einigen Vertretern dieser Arten nicht ganz einfach darstellt, wollen wir bei der Vorstellung der hier vorkommenden Heidelibellen etwas ausführlicher vorgehen.
Aus diesem Grund haben wir diesen schönen und in ihrer Lebensweise phantastischen Insekten eine extra Seite gewidmet.
Hier erwarten Euch viele Informationen und noch mehr außergewöhnliche Aufnahmen aus der Welt des Mikrokosmos, des Lebensraumes und des Alltags unserer kleinsten Großlibellen.
Heidelibellen bilden eine Unterfamilie der Segellibellen. Von den weltweit vorkommenden 62 Arten, besiedeln einige unsere heimischen Gefilde. Ihre Hauptflugzeit liegt in unseren Breiten zwischen Anfang Mai, verstärkt ab Mitte Juni bis Ende Oktober.
Einige der hier vorkommenden Arten sind mehr oder weniger selten vorzufinden. Manche Arten bringen es bis zu einem Massenvorkommen. Unter ihnen finden wir Wanderlibellenarten, die in unsere deutschen Gebiete einfliegen und solche, die hier schlüpfen, jedoch vor Eintritt der Geschlechtsreife meist nach Süden abwandern.
Die Arten auf dieser Seite:
Der Schlupfvorgang, Frühe Heidelibelle, Gefleckte Heidelibelle, Schwarze Heidelibelle,
Blutrote Heidelibelle, Große Heidelibelle
Wie eingangs schon erwähnt, ist die Bestimmung von Heidelibellen in der freien Natur, in ihrem angestammten Lebensraum nicht ganz einfach. Dies gilt im Besonderen für den Schlupfvorgang der Tiere. Der Naturfreund vermeidet es unter allen Umständen den Schlupf einer jeden Libelle zu stören. Berührungen während des Schlupfvorganges sind absolut tabu! Ausnahmen bestätigen die Regel, wenn der Mensch "Geburtshilfe" leisten muss. Dies kann zum Beispiel dann von Nöten sein, wenn eine Libelle bei regnerischem Wetter schlüpft und die Flügel infolge der Oberflächenspannung des Regenwassers verkleben. Die Flügel können unter zur Hilfe nahme eines Grashalmes getrennt werden. Wenn man dabei größte Vorsicht walten lässt, ist diese "Operation" meist erfolgreich, sodass die Libelle wenig später in die Luft abheben kann. Bestimmungsversuche sollte man während dieser, für die Libelle gefährlichsten Lebensphase gänzlich unterlassen.
Der Schlupf einer Heidelibelle geht wesentlich zügiger von statten als der ihrer größeren Verwandten. In der Regel ist das Insekt nach 90 Minuten flugbereit.
Wir zeigen Euch anhand der folgenden Aufnahmen verschiedenen Schlupfphasen einer Heidelibelle.
Der Beobachter wird bei solch einem Naturschauspiel auf seine Geduld hin getestet. Erst nachdem die Libelle ihre Flügel entfaltet hat, kann man erahnen, um welche Art von Heidelibelle es sich handelt. Sicher sein kann man erst, nachdem man eventuell gemachte Aufnahmen zu Hause ausgewertet hat.
Nun stellen wir Euch die einzelnen Heidelibellenarten ausführlich vor:
Die Frühe Heidelibelle
Unsere virtuelle Exkursion in die Welt der Heidelibellen beginnt mit der Seltensten der hier vorkommenden Arten: Der Frühen Heidelibelle. Diese, ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Art, konnte Anfang Mai 2008 vom Team Waldschrat-online.de und einem anderen Naturfotografen fast zeitgleich im Naturschutzgebiet "Wahner Heide" bei Köln fotografisch dokumentiert werden. Der letzte Nachweis davor stammt aus dem Jahr 1925. Daher galt diese Art in unserer Region als ausgestorben.
Aufnahmen aus dem Frühjahr / Sommer 2009 belegen, dass die Frühe Heidelibelle sich hier erfolgreich etabliert hat. Die folgenden Aufnahmen zeigen ein weibliches Tier unmittelbar nach dem Jungfernflug.
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Die Frühe Heidelibelle weist eine Größe von 3,8 bis 4,0 Zentimetern Körperlänge auf. Die Flügelspannweite liegt zwischen 5,5 und 6.5 Zentimetern. Ihre Beine sind an der Außenseite gelb gezeichnet, sodass diese im Ganzen schwarz - gelb wirken. Auffälligstes Erkennungsmerkmal bei Jung- und Alttieren ist die untere Hälfte der großen Facettenaugen, die sich durch ein kräftiges Hellblau von der oberen Hälfte abhebt.
Die Männchen verfügen nach dem Eintritt der Geschlechtsreife über einen kräftig rot gefärbten Körper. Die Flügelmale sind, verglichen mit anderen Heidelibellenarten, relativ groß und bleiben auch im Alter dunkel gelblich. Wie bei den Weibchen ist auch hier die untere Hälfte der Augen hellblau gefärbt. Zudem weisen die männlichen Tiere eine zum Teil kräftig rote Flügeladerung auf, wie sonst bei keiner anderen hier vorkommenden Heidelibellenart.
Ausgefärbte, geschlechtsreife Männchen der Frühen Heidelibelle.
Die Frühe Heidelibelle zählt zu den Wanderlibellenarten, die in der Lage ist, aus den Mittelmeerländern, ja sogar vom afrikanischen Kontinent bis zu uns einzufliegen und zurück zu gelangen. Entgegen zeitgenössischer Literatur konnten wir nachweisen, dass sich diese Art mittlerweile auch in unserer Region erfolgreich reproduziert. In warmen Jahren kann die Frühe Heidelibelle sogar mehrere Generationen hervor bringen, da ihre Entwicklung im Wasser nur wenige Monate in Anspruch nimmt.
Da die Frühe Heidelibelle, wie bereits erwähnt, die Seltenste aller in unseren Regionen vorkommenden Heidelibellen ist, stimmen den Libellenfreund die folgenden Aufnahmen ein wenig traurig. Bei diesem Jungtier endete der erste Flug in der seidenen Falle eines gefürchteten Feindes.
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Die Gefleckte Heidelibelle
Mit einer Körperlänge von vier Zentimetern und einer Flügelspannweite von bis zu sechs Zentimetern gehört die Gefleckte Heidelibelle schon zu den mittelgroßen Libellen. Durch ihre markanten, gelblichen "Basalflecken" an der Flügelbasis ist sie eigentlich nicht zu verwechseln. Jedoch können diese Flecken stark variieren, was bedeutet, dass sie individuell mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt sind. Andere Arten, die wir noch vorstellen werden, verfügen zumindest im Ansatz über solche Flügelzeichnungen. So kann man sich, besonders bei Jungtieren, wo Männchen und Weibchen gemeinsam eine gelbe Grundfarbe vorweisen, nicht immer sicher sein.
Zudem erschwert die temperaturbedingte, farbliche Veränderung des Abdomens (Hinterleibs) die Bestimmung der Art. Bei kühler Witterung färben sich die Körper der Tiere ins Bräunliche. Bei Hitze sind die Männchen im Alter leuchtend rot und die Weibchen braungrau gefärbt.
Hier seht Ihr frisch geschlüpfte Männchen der Gefleckten Heidelibelle. Das die Tiere erst wenige Stunden alt sind, ist an den noch glänzenden Flügeln zu erkennen.
Auf dem folgenden Bild seht Ihr, dass dieses männliche Jungtier wesentlich dunkler gefärbt ist. Es ist erst wenige Tage alt. Der Ausfärbungsprozess hat hier schon begonnen.
Die weiblichen Jungtiere der Gefleckten Heidelibelle sind, wie alle anderen Heidelibellen, ebenfalls gelblich gefärbt. Die Geschlechter sind jedoch aufgrund ihrer deutlich unterschiedlichen Hinterleibsanhänge gut zu unterscheiden.
Je nach Witterung fliegt die Gefleckte Heidelibelle in unseren Breiten schon ab der zweiten Maihälfte. Ihre Flugzeit endet im September. Sie bewohnt stehende Gewässer mit flacher Ufervegetation. Dort suchen die Männchen vormittags, etwa 20 cm über dem Boden fliegend, nach Weibchen. Selten fliegt die Art über offenem Gewässer. Um die Mittagszeit verlassen die Libellen die Tümpel, um über Wiesen, an windgeschützten Waldrändern oder über nahegelegenen Feldern zu jagen. Da die Art der Biotope, die die Gefleckte Heidelibelle als Lebensraum benötigt, immer mehr aus unserem Landschaftsbild verschwinden, ist die Art bei uns mittlerweile sehr selten geworden. Oft ist sie jahrelang nicht zu beobachten. In Deutschland gilt dieses Insekt laut der Roten Liste für bedrohte Tierarten als "stark gefährdet."
Die folgende Bildserie zeigt erwachsene und somit ausgefärbte Männchen der Gefleckten Heidelibelle. Typisch für diese Art sind die im Erwachsenenstadium rotbraunen Flügelmale. Bei den Jungtieren sind diese weiß.
In der Paarungszeit, in welcher die Männchen untereinander permanent Revierkämpfe austragen, werden auch schon mal außergewöhnliche Ruheplätze oder Verstecke angeflogen. Dieses, etwas außer Puste geratene Männchen, verweilte eine ganze Zeit lang auf dem Schuh des Autors.
Die erwachsenen Weibchen der Gefleckten Heidelibelle haben - wie die Männchen - nichts mehr von ihrem gelben Jugendkleid zurück behalten. Wie Ihr es schon von anderen Libellenarten kennt, verlassen sich die weiblichen Tiere auf ihre Tarnfarben. Reglos, auf entsprechendem Untergrund sitzend, sind die Libellen so gut wie nicht zu erkennen.
Die Gefleckte Heidelibelle weist eine Besonderheit bei der Eiablage auf: Die Art wirft ihre Eier in der für Heidelibellen klassischen Tandem - Flugformation über trockenen Wiesen ab, die hin und wieder überflutet werden. Die Eier können auf dem Boden zwei Winter schadlos überstehen. Erst bei der nächsten Überschwemmung schlüpfen die Larven aus den Eiern und entwickeln sich binnen weniger Monate zu fertigen Libellen.
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Die Schwarze Heidelibelle
Die Schwarze Heidelibelle gehört zu den kleinsten Vertretern der Familie der Großlibellen. Bei einer durchschnittlichen Körperlänge von drei Zentimetern und einer Flügelspannweite von maximal fünf Zentimetern ist sie deutlich kleiner als alle anderen Arten der Heidelibellen.
Die Flugzeit der Schwarzen Heidelibelle beginnt Anfang Juli und endet, je nach Witterung, im Oktober. Die Art ist nicht so flugfreudig wie andere Heidelibellen. Gerne sonnt sie sich auf Steinen, Holzstücken oder auf dem aufgeheizten Boden. Wenn sie fliegt, ist sie jedoch sehr schnell unterwegs.
Hier wird ein noch extremerer Unterschied zwischen Jungtieren und erwachsenen Exemplaren deutlich. Keine andere Libellenart verändert ihre Färbung derart stark wie die kleine Schwarze Heidelibelle.
Die beiden Bilder unten zeigen junge Weibchen. Links seht ihr ein frisch geschlüpftes Exemplar, zu erkennen an den noch weißen Flügelmalen. Auf dem Bild rechts ist die Ausfärbung schon weit fortgeschritten. Der Leib des wenige Tage alten Tieres ist dunkler geworden und die Flügelmale sind bereits schwarz gefärbt.
Bei den ganz jungen Tieren können die Geschlechter, wie bei vielen anderen Arten auch, nur durch die Form der Hinterleibsanhänge unterschieden werden. Bei den nun folgenden Aufnahmen junger Männchen erkennt Ihr deutlich das zangenähnliche Gebilde am Ende des Hinterleibs, mit welchem später die Weibchen zur Paarung ergriffen werden.
Bei den weiblichen Tieren ist mit dem Erreichen der Geschlechtsreife die Ausfärbung abgeschlossen. Auf den nachstehenden Aufnahmen sind vollständig ausgefärbte Weibchen zu sehen. Das Bild in der Mitte zeigt ein Weibchen nach einem Jagderfolg.
Bevor wir uns der Paarung der Schwarzen Heidelibelle zuwenden, schauen wir uns die Entwicklung der männlichen Tiere etwas genauer an. Wir zeigen nun Aufnahmen von verschiedenen Altersstufen der Männchen bis hin zur fertig ausgefärbten Libelle.
Diese beiden Exemplare sind etwa bis zu einem Drittel ausgefärbt.
Hier erkennt Ihr schon die deutlich fortgeschrittene Ausfärbung. (Das Männchen rechts im Bild macht gerade das, was wir alle am Tag einmal machen müssen.)
Spätestens jetzt wissen wir, woher die Schwarze Heidelibelle ihren Namen hat. Diese Tiere sind vollständig ausgefärbt.
Die Lebensräume der Schwarzen Heidelibelle sind versumpfte Seeufer und deren Verlandungszonen, flache Teiche und Moore. Sie kommt bis zu einer Höhe von 2.000 Meter über dem Meeresspiegel, also auch im Hochgebirge und dessen Hochmooren vor. Dort suchen die Männchen, teilweise im Rüttelflug, intensiv nach den Weibchen.
Wird Eines gefunden, kommt es unmittelbar danach zur Paarung. Diese beginnt im Flug und endet nach wenigen Minuten in der vorhandenen Vegetation.
Anschließend fliegt das Pärchen in Tandemformation Richtung Wasser, um mit der Eiablage seine Art zu erhalten.
An einem Frühen Morgen, Anfang September....
...sollte man kurz nach 06 Uhr im Habitat der Schwarzen Heidelibelle sein um die nun folgenden Aufnahmen schießen zu können. Naturfotografie ist in vieler Hinsicht mit Stress und einer schnellen Beobachtungsgabe verbunden. Nun muss man nur noch Ausdauer und Geduld hinzufügen, um das Paket perfekt zu schnüren. Die Suche nach den Heidelibellen im morgendlichen Nebel gestaltet sich alles Andere als einfach. Doch wir haben sie gefunden. Auf diese Weise kommt noch eine Portion Romantik hinzu.
Schwarze Heidelibellen im Morgentau!
Dieses Weibchen der Schwarzen Heidelibelle hatte sich ein besonders gefährliches Nachtlager ausgesucht. Da die Spinne jedoch genauso so träge wie die Libelle war, ging die Sache letztlich gut aus.
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Die Blutrote Heidelibelle
Die nächste Heidelibellenart, die wir Euch vorstellen möchten, ist die Blutrote Heidelibelle. Sie ist mit Abstand die häufigste Heidelibellenart und ab Anfang Juli an kleinen Stillgewässern aller Art anzutreffen. Ihre Flugzeit reicht bis in den November hinein. Die Art erreicht eine Körperlänge von 5,5 Zentimetern und eine Flügelspannweite von 6 Zentimetern. Ein leichtes Erkennungsmerkmal sind die komplett schwarz gefärbten Beine, die sie selbst als Jungtier von anderen Arten der Heidelibellen unterscheidet. Der Hinterleib der geschlechtsreifen und dann blutrot (daher der Name) gefärbten Männchen ist am hinteren Ende etwas keulig verdickt. Die Hinterflügel weisen einen kleinen gelben Basalfleck auf, der jedoch nie so ausgeprägt ist wie bei der Gefleckten Heidelibelle.
Die Vorstellung der Art beginnt, wie immer, mit den nicht ausgefärbten Jungtieren. Zunächst die Männchen.
Diese drei männlichen Jungtiere der Blutroten Heidelibelle (oben) sind deutlich an ihren Schwarzen Beinen zu identifizieren. In der Bildreihe darunter seht Ihr drei junge Weibchen.
Die folgende Flugaufnahme zeigt ein Weibchen, dass wie ein Männchen leuchtend rot gefärbt ist. Solche "Fehlfarben" bei den Geschlechtern kann man auch bei der Feuerlibelle beobachten. Diese seltenen roten Weibchen haben gegenüber den normal gefärbten einen klaren Vorteil. Sie werden von den Männchen nicht gleich als ein solches erkannt und haben dadurch einfach mehr Ruhe und Zeit für sich selbst.
Mit zunehmendem Alter bis hin zur erwachsenen Libelle durchlaufen die Männchen, wie die meisten anderen Arten auch, ein gemischtes Farbenspektrum. Die folgenden Aufnahmen zeigen solche halbfertigen Blutroten Junggesellen.
Wenn die Männchen nach ein paar Wochen ihre Geschlechtsreife erlangt haben, ist auch die Ausfärbung so gut wie abgeschlossen. Genau wie bei der Schwarzen Heidelibelle wird nun bei der Blutroten Heidelibelle der Name offensichtlich.
Zur Hauptpaarungszeit kann der aufmerksame Naturbeobachter bei den Blutroten Heidelibellen hin und wieder ein totales Chaos erleben. Die hohe Anzahl an reifen Tieren mit einem Hang zum Überschuss an Männchen lässt bei dieser Art alles drunter und drüber gehen. In der Hektik der Revierkämpfe müssen nebenbei Feinde wie Spinnen, Frösche und Vögel im Auge behalten werden. Bei einem übernervösen Männchen kann es dann durchaus einmal zu einem Fehlgriff kommen.
Waldschrat-online.de zeigt nun seltene und außergewöhnliche Dokumente aus dem Leben der Blutroten Heidelibelle!
In dieser Situation kam es zu einem "flotten Dreier", weil im Stress der Paarung oft der Blick nach hinten ausbleibt. Dieses Trio war sogar im Stande auf und davon zu fliegen.
Einen Fehlgriff der besonderen Art leistete sich dieser Blutrote Heidelibellenmann: Er packte kurzerhand ein Weibchen der Gemeinen Heidelibelle beim Genick. Wie und wann ihm der Fehler mit einer fremden Frau auffiel, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben.
Wenn alles nach Blutroter Heidelibellenmanier verläuft und etwas Ruhe in das Spektakel kommt, kann man auch durchaus normale Fortpflanzungsrituale beobachten. Man sieht die Paarungsräder durch die Lüfte fliegen, bis sie sich, meist in der niederen Ufervegetation, niedersetzen.
Unmittelbar nach der Paarung fliegt das Heidelibellenpärchen in Tandemformation in die Ufernähe des Gewässers, um dort die Eier abzulegen. Hier und da gönnt man sich zwischendurch eine kleine Pause, bevor es weiter geht.
Die Eiablage erfolgt zunächst in Tandem - Formation. Kurze Zeit später koppelt das Männchen das Weibchen ab, um es im Rüttelflug in etwa 20 Zentimeter Entfernung zu bewachen. Sich nähernde Männchen werden sofort angegriffen und verjagt.
Wir zeigen hier sehr außergewöhnliche Momente der Eiablage der Blutroten Heidelibelle am Rande eines Gewässers. Deutlich erkennt man, wie das Weibchen seine Eier aus der geöffneten Legeklappe abwirft.
Nachdem die Erhaltung der Art gesichert ist, ruht sich das Weibchen in der näheren Umgebung etwas aus. Noch immer sind einzelne Eier am Hinterleib des Weibchens zu erkennen. Das Männchen hat ebenfalls seine Arbeit geleistet und fliegt voller Tatendrang neuen Abenteuern entgegen.
Am nächsten Morgen herrscht noch absolute Ruhe im Revier der Blutroten Heidelibellen. Wenn die Sonne etwa eine Stunde später genug Wärme aufgebaut hat, geht der Tanz der Heidelibellen von Neuem los.
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Die Große Heidelibelle
(Hey mein Freund, wer bist Du denn?)
Die Große Heidelibelle verdankt ihren Namen schlicht und einfach der Tatsache, dass sie die Größte unter den vielen Heidelibellenarten ist. Mit wenig mehr als 40 Millimeter Körperlänge und einer Flügelspannweite von ca. 55 Millimetern ist sie nur unscheinbar größer als ihre nächste Verwandte, die Gemeine Heidelibelle*. Die Arten fliegen in der Zeit von etwa Mitte Juli bis in den November hinein. Da sich diese beiden Libellen sehr stark ähneln, ist eine Unterscheidung auf Fotos mitunter recht schwierig. In der freien Natur, wo die Tiere in ständiger Bewegung sind, ist eine zweifelsfreie Bestimmung fast unmöglich. Besonders gegen Ende der Flugzeit dunkeln die Tiere so stark ab, dass viele Experten die Große Heidelibelle oft mit der Gemeinen Heidelibelle verwechselten. Die zur Familie der Segellibellen zählende Art hatte ihren angestammten Lebensraum ursprünglich in Asien. Heute kommt sie fast weltweit vor.
(* stellen wir als nächste Art vor.)
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist der schwarze Stirnstrich, der bei der Großen Heidelibelle bereits an den Augen endet, während er bei der Gemeinen Heidelibelle etwas an den Seiten der Stirn herab läuft.
Ein heller Seitenstreifen am Brustabschnitt (Thorax) kann Aufschluss über die große Heidelibelle geben, da dieser bei der Gemeinen Heidelibelle nicht so stark ausgeprägt ist.
Für die Männchen, die auch bei dieser Art als erwachsene Tiere rot gefärbt sind, kann ein weiteres Erkennungsmerkmal angewandt werden: Der Hinterleib (Abdomen) ist bei der Großen Heidelibelle kaum bis gar nicht keulig verdickt. Dieses Merkmal weisen jedoch die Männchen der Blutroten - sowie die der Gemeinen Heidelibelle gemeinsam auf.
Bei den Weibchen der Großen Heidelibelle steht die Legeröhre schräg vom Hinterleib ab, während bei den Weibchen der Gemeinen Heidelibelle dieses Organ im rechten Winkel zum Abdomen steht. Beide Arten verfügen über schwarz - gelb gestreifte Beine, die gleichen Pterostigmata (Flügelmale) und die gleichen Gewohnheiten. Mit anderen Worten: Es ist kompliziert!
Die Auswahl des Lebensraumes ist der Großen Heidelibelle ziemlich egal. Die Gewässer, die aufgesucht werden können stehen, als auch fließen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Temperatur. 16°C bis 21°C sollten anstehen.
Aufnahmen der Großen Heidelibelle, im Lebenszyklus gestaffelt: Die jungen Ladies first!
Der Jungfernflug endete auf der Hand einer Freundin!
Nun folgen die jungen, zum Teil frisch geschlüpften Männchen der Großen Heidelibelle.
Die erwachsenen und ausgefärbten Weibchen bilden einen krassen Gegensatz zu den Jungtieren.
Ebenso sind die Männchen im Alter nicht wieder zu erkennen.
Im Paarungsverhalten zeigen die Großen Heidelibellen ebenfalls wenige Unterscheidungsmerkmale zu ihren verwandten Arten. Partnersuche, Tandemformation und Paarungsräder gehen nach urtypischer Heidelibellenmanier von statten. Der wohl größte Unterschied bei der Erhaltung der Art liegt darin, dass die Eiablage weit draußen auf der Gewässeroberfläche erfolgt, während die anderen Heidelibellen mehr die Ufernähe oder trockenes Land bevorzugen. Wir zeigen Euch nun Bilder vom Paarungsverhalten der Großen Heidelibelle.
Wie schon erwähnt, gleichen sich auch die Paarungsräder der verschiedenen Heidelibellenarten, was die Unterscheidung der Arten in keinster Weise leichter macht. Das Pärchen der Gemeinen Weidenjungfer, einer Teichjungfernart, im Bild unten Mitte, fühlte sich durch die wesentlich größeren Heidelibellen nicht gestört.
Weil die Eiablage draußen auf dem Wasser erfolgt, kann man davon ausgehen, dass es sich um die Große Heidelibelle handelt. In manchen Fällen fliegt das Männchen auch als Bewacher über dem Weibchen.
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