Heidelibellen II
(Pärchen der Gemeinen Heidelibelle in Tandemformation)
Die Arten auf dieser Seite:
Sumpf - Heidelibelle, Gemeine Heidelibelle, Südliche Heidelibelle,
Gebänderte Heidelibelle
Die Sumpf - Heidelibelle
Ein Weibchen der Sumpf - Heidelibelle im Close - Up
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7304fDie Sumpf – Heidelibelle lebt vorwiegend in dicht bewachsenen Sumpfgebieten mit wenig freien Wasserflächen. Diese Lebensräume müssen ab und zu trocken fallen. Dies ist einer der Gründe, warum die Art sehr schwer zu entdecken ist. Es kann auch vorkommen, dass diese Libelle flache Fischteiche besiedelt, die über ausreichend Ufervegetation verfügen und regelmäßig abgelassen werden.
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7336fAls eine der späten Arten beginnt ihre Flugzeit erst Mitte Juli und reicht bis in den Oktober hinein. Die Sumpf – Heidelibelle gilt bei uns als „Stark gefährdet“.
Zur Paarung ergreift das Männchen das Weibchen im Flug. Dieser wird zunächst in Tandemformation fortgesetzt. Noch in der Luft wird ein Paarungsrad gebildet, welches sich wenig später in der niederen Vegetation niedersetzt. Das Paarungsritual dauert bei dieser Art einige Minuten. Bei Störungen durch fremde Artgenossen oder andere Libellen kann das Paar auffliegen, ohne das Paarungsrad aufzulösen.
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7626fDie Sumpf - Heidelibelle ist eine sehr wärmeliebende Art. Wenn es ihr um die Mittagszeit allzu warm wird, geht sie in die sogenannte "Obeliskstellung" über. Sie richtet dabei ihren Hinterleib steil zur Sonne ausgerichtet auf, um ihrem Körper so wenig Sonnenangriffsfläche wie möglich zu bieten. Wie so etwas aussieht, könnt Ihr auf den Fotos unten erkennen.
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02347hDie beiden Bildreihen unten zeigen weibliche Tiere der Art. Die oberen sind Jungtiere, gefolgt von erwachsenen Weibchen.
Die Männchen der Gemeinen Heidelibelle findet man schon ab Anfang Juli in ihrem feuerroten Leibchen. Auffallen um jeden Preis, hohe Ausgucke beziehen, Revierkämpfe austragen, Rivalen vertreiben und imponieren ist an der Tagesordnung, damit die Weibchen auch ja "anbeißen". Und weil das alles so anstrengend ist, muss man sich zwischendurch einmal eine Fliege "einschmeißen", wie auf dem Bild in der Mitte zusehen ist.
01562dDa die Beiden danach ziemlich orientierungslos wirkten, griff die Autorin sehr behutsam ein, bis das Heidelibellenpärchen wieder wusste, wo vorne, hinten, oben und unten ist.
01570dIm Normalfall ist die Gemeine Heidelibelle, wenn es um die Erhaltung der Art geht, nicht auf menschliche Hilfe angewiesen. Wie so etwas aussieht, zeigt das folgende Bilddokument.
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Die Südliche Heidelibelle
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7358fEin sicheres Erkennungsmerkmal sind die Seiten des Brustabschnittes, denen nahezu jegliche dunkle Zeichnung fehlt. Die Beine der Libelle sind mehr braun gefärbt und weisen schwarze Streifen auf. In Größe und Form kommt sie der Großen Heidelibelle sehr nahe. Die Art muss als eine ausgesprochene Wanderlibelle bezeichnet werden, die mit größer werdender Tendenz aus Südeuropa bei uns einfliegt.
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7362fEine Bodenständigkeit in unseren heimischen Gefilden ist noch nicht nachgewiesen. Überhaupt ist über die Lebensweise der Südlichen Heidelibelle noch recht wenig bekannt, da sie im Gelände auch sehr schwierig anzusprechen, das heißt, zu bestimmen ist. Belegfotos wie solche, die wir hier zeigen, sind daher von besonderer Bedeutung, da die einzelnen Funde sonst als unglaubwürdig betrachtet werden.
Die Südliche Heidelibelle gilt in Deutschland als extrem selten. Ihre Flugzeit reicht nur von Mitte Juli bis September.
In ihrer Erscheinung ist diese Segellibelle eigentlich unverwechselbar. Sie gilt als die schönste Heidelibelle schlechthin. Beide Geschlechter haben als Haupterkennungsmerkmal ein breites braunes Band auf allen vier Flügeln, die diese im äußeren Drittel, nahe bei den Pterostigmata, vertikal durchlaufen. Die Flügelmale sind bei den Männchen oben kräftig rosafarben. Bei den Jungtieren sind sie weiß. Der rote Kopf, die Stirn und der bräunliche Thorax ähneln der Blutroten Heidelibelle. Das bei den Männchen rosarot leuchtende Abdomen ist etwas abgeflacht und mittig keulig verdickt, ähnlich der Sumpf – Heidelibelle, jedoch ohne jegliche Zeichnung.
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3780fDie Weibchen sind von blass gelber bis ockergelber Farbe. Ihre Flügelmale sind hell weiß. Auf sandfarbenem Boden sind die Tiere so gut wie unsichtbar. Trotz oder gerade wegen ihrer auffälligen Flügelzeichnung sind die Tiere eher unauffällig und sehr schwer zu entdecken.
Die Art fliegt meist flach über den Boden und erzeugt mit den farbigen Flügeln ein phänomenales Flimmern, das den gesamten Körper aufzulösen scheint. Selbst wenn ein Männchen ruhend in der grünen Ufervegetation seines angestammten Gewässers sitzt, ist es extrem schwer ausfindig zu machen. Die Tiere erreichen für ihre Größe recht hohe Fluggeschwindigkeiten. Dadurch und aus den vorgenannten Gründen verliert der aufmerksame Naturbeobachter diese Libellen immer wieder aus den Augen.
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7672fDie Gebänderte Heidelibelle stellt relativ hohe Ansprüche an ihre Lebensräume. Diese müssen eine gewisse Eigendynamik mitbringen. Das bedeutet, dass immer neue Sumpfgebiete möglichst ohne offene Wasserflächen neu entstehen müssen, während alte, naheliegende Sumpftümpel trocken fallen sollten. Außerdem kommt die Art in überfluteten Altarmen von Flüssen vor, welche eine starke Ufervegetation aufweisen. Gelegentlich tritt die Art verstärkt nach Hochwasserständen auf, wodurch kurzfristig Feuchtwiesen und Gräben überflutet wurden. Einen weiteren Lebensraum bilden mäandrierende saubere Vorgebirgsbäche.
3797fGrabensystem Stemwede bei Osnabrück. Lebensraum einer kleinen versteckten Population der Gebänderten Heidelibelle.
Als sehr spät auftretende Art hat die Gebänderte Heidelibelle eine Flugzeit von Ende Juli bis in den Oktober hinein. Sie ist keine Frühaufsteherin. Erste Flugaktivitäten sind erst am späten Vormittag zu beobachten. Am frühen Nachmittag ist die Art am aktivsten und beginnt mit der Paarung und der Eiablage. Bei starker Sonneneinstrahlung suchen die Tiere Halbschatten auf. Ab 15.30 ist kaum noch eine Libelle zu beobachten.
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7703f Über die Entwicklung der Larven ist nichts bekannt.
Die Art gilt in Deutschland als stark gefährdet und teilweise vom Aussterben bedroht. Entsprechend ihrer hohen Lebensraumansprüche sind aus Deutschland nur vereinzelt Streufunde bekannt, wobei die Individuenzahl nicht sehr hoch ist.













