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Heidelibellen II


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(Pärchen der Gemeinen Heidelibelle in Tandemformation)

Die Arten auf dieser Seite:

Sumpf - Heidelibelle, Gemeine Heidelibelle, Südliche Heidelibelle,

Gebänderte Heidelibelle


Die Sumpf - Heidelibelle

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Ein Weibchen der Sumpf - Heidelibelle im Close - Up

Die Sumpf – Heidelibelle fällt gegenüber den anderen Arten etwas aus dem Rahmen. Wenig kleiner als die Blutrote Heidelibelle verfügt sie über ein deutlich abgeflachtes und in der Mitte keulig verbreitertes Abdomen, welches an jenes der Feuerlibelle erinnert. Beide Geschlechter weisen auf den Abdominalsegmenten 3 bis 8 seitlich schwarze, dreieckige Zacken auf, die jedoch im Alter verschwinden können. Die rote Färbung, die die Männchen bis zur Geschlechtsreife annehmen bedeckt nicht den gesamten Hinterleib. An den Seiten bleibt jeweils ein gelber Seitenstreifen bestehen. Die Beine der Südlichen Heidelibelle sind komplett schwarz gefärbt. Ein weiteres sicheres Erkennungsmerkmal der Art ist das sehr dichte Flügelgeäder, das keine andere Heidelibelle so vorweist. Zu Beginn seht Ihr einige Aufnahmen frisch geschlüpfter Tiere.
 
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Die Aufnahmen unten zeigen Männchen der Art in verschiedenen Ausfärbungsstadien.

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Die Sumpf – Heidelibelle lebt vorwiegend in dicht bewachsenen Sumpfgebieten mit wenig freien Wasserflächen. Diese Lebensräume müssen ab und zu trocken fallen. Dies ist einer der Gründe, warum die Art sehr schwer zu entdecken ist. Es kann auch vorkommen, dass diese Libelle flache Fischteiche besiedelt, die über ausreichend Ufervegetation verfügen und regelmäßig abgelassen werden.

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Als eine der späten Arten beginnt ihre Flugzeit erst Mitte Juli und reicht bis in den Oktober hinein. Die Sumpf – Heidelibelle gilt bei uns als „Stark gefährdet“.

Zur Paarung ergreift das Männchen das Weibchen im Flug. Dieser wird zunächst in Tandemformation fortgesetzt. Noch in der Luft wird ein Paarungsrad gebildet, welches sich wenig später in der niederen Vegetation niedersetzt. Das Paarungsritual dauert bei dieser Art einige Minuten. Bei Störungen durch fremde Artgenossen oder andere Libellen kann das Paar auffliegen, ohne das Paarungsrad aufzulösen.

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Die Folgenden Aufnahmen zeigen das Männchen (links) und das Weibchen in Naheinstellung. Auf dem rechten Bild ist der schwarze Nasenstrich über der Stirn sehr gut zu erkennen, der für Heidelibellen ein wichtiges Bestimmungsmerkmal darstellt. Bei der Sumpf - Heidelibelle ist dieser sehr stark entwickelt. Die eigentliche Stirn ist sehr hell und erinnert an die von Moosjungfern.

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In Deutschland gibt es nicht viele Vorkommen dieser sehr schön gezeichneten Heidelibelle. Wenn die Art sich an alten verkrauteten Fischteichen ansiedelt, kann der Fischbesatz die Larven sowie Eierablegende Tiere stark dezimieren. In der Vegetation lauern dann noch andere Feinde, wie diese Spinne auf dem Foto rechts unten, die von dem Jungtier nicht bemerkt wurde.

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Die Sumpf - Heidelibelle ist eine sehr wärmeliebende Art. Wenn es ihr um die Mittagszeit allzu warm wird, geht sie in die sogenannte "Obeliskstellung" über. Sie richtet dabei ihren Hinterleib steil zur Sonne ausgerichtet auf, um ihrem Körper so wenig Sonnenangriffsfläche wie möglich zu bieten. Wie so etwas aussieht, könnt Ihr auf den Fotos unten erkennen.


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Die Gemeine Heidelibelle

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Entgegen ihrem Namen (gemein bedeutet so viel wie "häufig") ist die Gemeine Heidelibelle heutzutage selten geworden. Während die Blutrote und die Große Heidelibelle  jedes Jahr reichlich bis massenhaft beobachtet werden können, schwankt der Bestand an Gemeinen Heidelibellen von Jahr zu Jahr erheblich. So konnten in den letzten beiden Jahren nicht viele Individuen gefunden werden.

Die Gemeine Heidelibelle ist eine mittelgroße Segellibelle mit einer Flügelspannweite von bis zu 6 Zentimetern und einer Körperlänge von ca. 5 Zentimetern. Im Erwachsenenstadium sind auch hier die Männchen leuchtend rot gefärbt. Die Weibchen wechseln, nachdem sie ihr gelbes Jugendkleid abgelegt haben, zu einem rötlich - braunen Farbton.

Sie besiedelt stehende Gewässer aller Art. Man findet sie an sonnenbeschienenen Waldtümpeln, in offenem Gelände und an Gartenteichen. Diese Tiere zweifelsfrei zu bestimmen ist nicht leicht. Es besteht große Verwechslungsgefahr mit der Großen Heidelibelle. Deshalb hier ein paar wichtige Unterscheidungsmerkmale:

Beide Arten verfügen über einen schwarzen Strich entlang der Stirn. Das ist das nasenartige Gebilde vorne am Kopf. Bei der Großen Heidelibelle endet dieser bereits über den Augen, während er bei der Gemeinen Heidelibelle noch ein gutes Stück herab läuft. Der Legebohrer steht  bei der Großen Heidelibelle schräg am Ende des Hinterleibs ab. Bei der Gemeinen Heidelibelle bildet er fast einen Winkel von 90°. Die Gemeine Heidelibelle ist etwas kleiner als die Große Heidelibelle. Der Hinterleib der Männchen ist etwas keulig verdickt, was bei der Großen Heidelibelle nicht der Fall ist. Zugegeben: Wir beschreiben hier Merkmale von wenigen Millimetern Größe. Aus diesem Grunde fangen wir die Tiere nicht ein, was ja auch streng verboten ist, sondern warten auf günstige Gelegenheiten, um sie vor die Kamera zu bekommen. So können wir Euch nun Aufnahmen von der selten gewordenen Gemeinen Heidelibelle zeigen.

Die beiden Bildreihen unten zeigen weibliche Tiere der Art. Die oberen sind Jungtiere, gefolgt von erwachsenen Weibchen.

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Die Männchen der Gemeinen Heidelibelle findet man schon ab Anfang Juli in ihrem feuerroten Leibchen. Auffallen um jeden Preis, hohe Ausgucke beziehen, Revierkämpfe austragen, Rivalen vertreiben und imponieren ist an der Tagesordnung, damit die Weibchen auch ja "anbeißen". Und weil das alles so anstrengend ist, muss man sich zwischendurch einmal eine Fliege "einschmeißen", wie auf dem Bild in der Mitte zusehen ist.


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Zur Paarungszeit finden sich die Gemeinen Heidelibellen, wie alle anderen auch, am Gewässer zusammen. Dass es dabei mitunter drunter und drüber gehen kann, haben wir bei der Blutroten Heidelibelle schon festgestellt. Die Männchen fliegen ihre Reviere auf der Suche nach Weibchen ab. Sobald eine potentielle, paarungsbereite Partnerin gefunden ist, wird diese sofort ergriffen. Kurze Zeit später wird das für Libellen typische Paarungsrad gebildet. Die Tiere können in dieser Formation sogar fliegen. Das Männchen sucht nun einen geeigneten Sitzplatz, denn nur im Sitzen kann es seine Spermien an das Weibchen übertragen. Die Landung in Paarungsformation will allerdings gelernt sein. Dieses Pärchen, im Bild unten, überschlug sich gleich mehrfach bei der Landung. Doch wie heißt es so schön: "Runter kommen sie immer!"

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Da die Beiden danach ziemlich orientierungslos wirkten, griff die Autorin sehr behutsam ein, bis das Heidelibellenpärchen wieder wusste, wo vorne, hinten, oben und unten ist.

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Im Normalfall ist die Gemeine Heidelibelle, wenn es um die Erhaltung der Art geht, nicht auf menschliche Hilfe angewiesen. Wie so etwas aussieht, zeigt das folgende Bilddokument.

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Unmittelbar danach geht es dann im Schlepptau in Richtung Gewässer, wo das Weibchen in Tandemformation unter schnell wippenden Bewegungen seine Eier an der Wasseroberfläche abstreift. Nach einiger Zeit löst sich das Tandem auf. Das Männchen bewacht aus einiger Entfernung sein Weibchen und vertreibt sich nähernde Rivalen.

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Dass die Tiere nach dieser anstrengenden Prozedur etwas Ruhe brauchen, beweisen die beiden Nahaufnahmen vom Männchen und Weibchen der Art. Die sonst als sehr scheu geltenden Libellen ließen uns bis auf wenige Zentimeter mit der Kamera herankommen.

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Wir können nur hoffen, dass wir diese schöne Libelle ab jetzt wieder häufiger in unserer Heimat begrüßen dürfen.

                                   

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Die Südliche Heidelibelle


Die Südliche Heidelibelle ist, genau wie die Frühe Heidelibelle, die sich in unseren Gefilden langsam etabliert, eher eine Art, die in den Mittelmeerländern zu Hause ist. Nur ganz selten kann man sie hier als „Vermehrungsgast“ beobachten. Sie lebt im gleichen Habitat wie die Sumpf – Heidelibelle, nämlich an dicht verwachsenen und wenig offenen, stehenden Gewässern, allerdings in sehr geringer Individuenzahl.

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Ein sicheres Erkennungsmerkmal sind die Seiten des Brustabschnittes, denen nahezu jegliche dunkle Zeichnung fehlt. Die Beine der Libelle sind mehr braun gefärbt und weisen schwarze Streifen auf. In Größe und Form kommt sie der Großen Heidelibelle sehr nahe. Die Art muss als eine ausgesprochene Wanderlibelle bezeichnet werden, die mit größer werdender Tendenz aus Südeuropa bei uns einfliegt.

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Eine Bodenständigkeit in unseren heimischen Gefilden ist noch nicht nachgewiesen. Überhaupt ist über die Lebensweise der Südlichen Heidelibelle noch recht wenig bekannt, da sie im Gelände auch sehr schwierig anzusprechen, das heißt, zu bestimmen ist. Belegfotos wie solche, die wir hier zeigen, sind daher von besonderer Bedeutung, da die einzelnen Funde sonst als unglaubwürdig betrachtet werden.


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Die Südliche Heidelibelle gilt in Deutschland als extrem selten. Ihre Flugzeit reicht nur von Mitte Juli bis September.

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Die Gebänderte  Heidelibelle

Als neunte und somit letzte Art der in Deutschland vorkommenden Heidelibellenarten möchten wir Euch die Gebänderte Heidelibelle vorstellen. Sie gehört zu den kleinen Vertretern dieser Gattung und ist mit einer Körperlänge von 3,0 bis 3,5 Zentimetern und einer Flügelspannweite von bis zu 5,5 Zentimetern etwa gleich groß wie die Schwarze Heidelibelle.


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In ihrer Erscheinung ist diese Segellibelle eigentlich unverwechselbar. Sie gilt als die schönste Heidelibelle schlechthin. Beide Geschlechter haben als Haupterkennungsmerkmal ein breites braunes Band auf allen vier Flügeln, die diese im äußeren Drittel, nahe bei den Pterostigmata, vertikal durchlaufen. Die Flügelmale sind bei den Männchen oben kräftig rosafarben. Bei den Jungtieren sind sie weiß. Der rote Kopf, die Stirn und der bräunliche Thorax ähneln der Blutroten Heidelibelle. Das bei den Männchen rosarot leuchtende Abdomen ist etwas abgeflacht und mittig keulig verdickt, ähnlich der Sumpf –  Heidelibellejedoch ohne jegliche Zeichnung.

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Die Weibchen sind von blass gelber bis ockergelber Farbe. Ihre Flügelmale sind hell weiß. Auf sandfarbenem Boden sind die Tiere so gut wie unsichtbar. Trotz oder gerade wegen ihrer auffälligen Flügelzeichnung sind die Tiere eher unauffällig und sehr schwer zu entdecken.

Die Art fliegt meist flach über den Boden und erzeugt mit den farbigen Flügeln ein phänomenales Flimmern, das den gesamten Körper aufzulösen scheint. Selbst wenn ein Männchen ruhend in der grünen Ufervegetation seines angestammten Gewässers sitzt, ist
es extrem schwer ausfindig zu machen. Die Tiere erreichen für ihre Größe recht hohe Fluggeschwindigkeiten. Dadurch und aus den vorgenannten Gründen verliert der aufmerksame Naturbeobachter diese Libellen immer wieder aus den Augen.

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Die Gebänderte Heidelibelle stellt relativ hohe Ansprüche an ihre Lebensräume. Diese müssen eine gewisse Eigendynamik mitbringen. Das bedeutet, dass immer neue Sumpfgebiete möglichst ohne offene Wasserflächen neu entstehen müssen, während alte, naheliegende Sumpftümpel trocken fallen sollten. Außerdem kommt die Art in überfluteten Altarmen von Flüssen vor, welche eine starke Ufervegetation aufweisen. Gelegentlich tritt die Art verstärkt nach Hochwasserständen auf, wodurch kurzfristig Feuchtwiesen und Gräben überflutet wurden. Einen weiteren Lebensraum bilden mäandrierende saubere Vorgebirgsbäche.


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Grabensystem Stemwede bei Osnabrück. Lebensraum einer kleinen versteckten Population der Gebänderten Heidelibelle.

Als sehr spät auftretende Art hat die Gebänderte Heidelibelle eine Flugzeit von Ende Juli bis in den Oktober hinein. Sie ist keine Frühaufsteherin. Erste Flugaktivitäten sind erst am späten Vormittag zu beobachten. Am frühen Nachmittag ist die Art am aktivsten und beginnt mit der Paarung und der Eiablage. Bei starker Sonneneinstrahlung suchen die Tiere Halbschatten auf. Ab 15.30 ist kaum noch eine Libelle zu beobachten.

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Über die Entwicklung der Larven ist nichts bekannt.


Die Art gilt in Deutschland als stark gefährdet und teilweise vom Aussterben bedroht. Entsprechend ihrer hohen Lebensraumansprüche sind aus Deutschland nur vereinzelt Streufunde bekannt, wobei die Individuenzahl nicht sehr hoch ist.

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