Mikrokosmos und vieles mehr...

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Grillen, Zikaden, Heimchen, Grashüpfer, Gespenstschrecken, Heupferde. Dies alles sind Begriffe, die wir unter dem Thema Heuschrecken zusammenfassen. Zoologisch gesehen gibt es eigentlich nur zwei grobe Unterschiede festzustellen. Da wären zum Einen die Langfühlerschrecken: Jene, schon etwas größere Exemplare mit extrem langen Antennen, die bisweilen ihre Körperlänge mehrfach übertreffen. Zum Anderen gibt es die Kurzfühlerschrecken, zu denen auch die Wanderheuschrecken zählen, die für die gefürchteten Plagen sorgen, wenn sie zu Hundertausenden über Agrarkulturen herfallen und binnen kürzester Zeit alles kahl fressen. In den letzten Jahrzehnten ist es in unseren Breiten nicht mehr zu solch  einer "Naturkatastrophe" gekommen.

In der Bibel wird an 30 Stellen von Heuschreckenplagen berichtet.  Eine der größten überlieferten Plagen biblischen Ausmaßes fand 1784 in Nordafrika statt. Dort fraßen ca. 300 Milliarden Wanderheuschrecken 600.000 Tonnen Grünfutter pro Tag weg und verwandelten binnen kürzester Zeit 3.000 Quadratkilometer Grünfläche in Ödland. Der Wind trieb die Schwärme aufs Meer hinaus, wo sie verendeten. Als sie wieder angespült wurden, türmten sich die toten Heuschrecken am Strand auf einer Länge von etwa 80 Kilometern einen Meter hoch.

Heute wird die Population der Heuschrecken durch ihre zahlreichen Fressfeinde im natürlichen Gleichgewicht gehalten. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln tut sein Übriges dazu.

Wer ihnen den Beinahmen "Schrecken" gegeben hat, ist unklar. Erschrecken wollen diese Tierchen Niemanden. Deshalb braucht Ihr Euch auch nicht davor zu fürchten.

Heuschrecken weisen als besonderes Kennzeichen ihr hinteres Beinpaar auf, welches zu gewaltigen Sprungbeinen ausgebildet ist. In diesen steckt eine starke Muskulatur, die mit einer Art Federmechanismus gekoppelt ist, die das Insekt in die Lage versetzt, weite Sprünge zu machen. Die Heuschrecke weiß zwar, wo sie abspringt, jedoch nicht, wo sie landet. So kommt es, dass manch ein Grashüpfer ganz irgendwo anders ankommt, als er sich das gedacht hat. Zum Beispiel im Netz einer Spinne. Geflügelte Arten benutzen ihre Flügel, um den Sprung zu verlängern. Andere Arten, wie die bereits erwähnte und gefürchtete Wanderheuschrecke, haben sich zu extremen Dauerfliegern entwickelt.  Heuschrecken können polarisiertes Licht von diffusem unterscheiden und vermeiden es dadurch, über Wasserflächen zu fliegen, wo es sowieso keine Nahrung für sie gibt.  Waldschrat-online.de stellt Euch nun einige der heimischen Heuschrecken und Grillen vor, so, wie sie im Verlaufe eines Sommers auftreten.

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Im Frühjahr, Ende März / Anfang April lassen sich die ersten "Babyheuschrecken" im frischen Grün beobachten. Sie wirken meist noch sehr desorientiert und träge, was wohl auf die noch recht kühlen Temperaturen zurückzuführen ist.  Einige Wochen später trifft man, an gleicher Stelle,  mehrere Arten und entsprechend größere Exemplare an.

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       Da war doch Futter...?                                           Da unten, irgendwo...?                                         Ich hol´s mir sofort...!

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  Jetzt hat der Waldschrat mich auch noch beim Kacken erwischt...wie peinlich!

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Jetzt hab´ich endlich mein Leckerchen gefunden. Das schmeiß´ ich mir jetzt ein!

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So gestärkt, schaff ich es bis auf die höchsten Grashalme!

Die folgenden Aufnahmen zeigen das Große Heupferd. Diese Heuschrecke ist die wohl größte in unseren Regionen anzutreffende Spezies unter den Langfühlerschrecken. Mit einer Körperlänge von etwa 5 cm und kräftig ausgebildeten Flügeln, die im Ruhezustand unter einer Flügeldecke geschützt sind, bietet das Tier schon ein stattliches Erscheinungsbild. Da alle Schreckenarten vegetarisch leben und über keinerlei "Waffen" verfügen, braucht Ihr auch vor solch einem großen Insekt, wie schon berichtet, keinerlei Furcht zu haben. Respekt reicht hier vollkommen aus! 

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Wechseln wir nun zu den Kurzfühlerschrecken. Das sind die Heuschrecken, die wir im Allgemeinen als Grashüpfer bezeichnen. Sie sind wesentlich kleiner als die Langfühler und bieten hin und wieder einen farblichen Anblick, während bei den Großen die Farbe Grün vorherrschend ist. Die meisten von Euch dürften diese kleinen Gesellen kennen. Oder doch nicht? Dann schauen wir mal....

Eine kleine Grashüpfer und Heuschreckengalerie:

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Es soll unter den großen grünen Hüpfern sogar solche geben, die sich zu besonders hellen Farben hinziehen lassen. Während sich die meisten von ihnen mit diversen Autolacken oder reflektierenden Glasscheiben zufrieden geben, hat sich diese Grille eine gelbe Rose zum Verweilen ausgesucht. Dort ist es nicht nur schön, da riecht es auch noch gut!   Nun, über den Geruchssinn von Heuschrecken lässt sich streiten. Diese  Langfühlerschrecke jedoch,  fühlte sich an diesem Ort  richtig wohl. Wir konnten sie fast zwei Stunden lang, genüßlich  in der Blüte ganz langsam umherstreifend, beobachten.

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Das Erscheinungsbild einer weiteren Langfühlerschrecke scheint Rekordverdächtig zu sein. Die Körperlänge inckusiver der Flügel der Gemeinen Sichelschrecke liegt bei etwa 45 Millimetern. Ihre Fühler jedoch übertreffen diese Länge um das Vierfache.  (Auf dem Bild unten Mitte gut zu erkennen.) Typisch für diese große Sichelschrecke sind ihre leuchtenden Augen.

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Die nächste Aufnahme zeigt eine Kurzfühlige Dornschrecke. Sie ist eine der kleinsten Vertreter unserer heimischen Heuschrecken und daher zwischen trockenen Gräsern und Klee sehr schwer auszumachen.

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Ebenfalls sehr klein, dafür umso flinker, hüpft die Gemeine Waldgrille durch das herbstliche Laub. Da diese Tiere gesellig leben, wimmelt es an manchen Stellen nur so von ihnen. Entsprechend ist Sorgfalt geboten, um keinen Schaden anzurichten. An milden Abenden beginnen sie zu musizieren. Obwohl ihr Gezirpe ziemlich leise ist, hört man es dennoch deutlich, da sich der Rest der Natur in Schweigen hüllt. 

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