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Prachtlibellen


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Allgemeines

Prachtlibellen werden wissenschaftlich (zoologisch) zur Familie der Kleinlibellen gezählt.  Mit einer Körperlänge von gut 5 Zentimetern und einer Flügelspannweite von bis zu 7 Zentimetern sind sie damit die größten aller Kleinlibellen überhaupt.  In Mitteleuropa kommen lediglich zwei Arten von Prachtlibellen vor. Es sind dies die Gebänderte Prachtlibelle und die Blauflügel - Prachtlibelle. Beide möchten wir Euch nun ein wenig näher bringen. Dass der Name "Prachtlibelle" durchaus angebracht ist, werdet ihr anhand von nun folgenden, zahlreichen Bildern nachvollziehen können.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich bei den Prachtlibellen deutlich voneinander. Die männlichen Tiere erscheinen in einem metallisch schimmernden Stahlblau. Die Weibchen fallen durch eine hochglänzende grüne "Metallic - Lackierung" auf. Beim genauen Betrachten der Aufnahmen stellt man fest, dass bei den Prachtlibellen das sogenannte "Pterostigma", das Flügelmal fehlt. Die Weibchen deuten zwar mit weißen Flecken solch ein Flügelmal an, jedoch ist dieses "falsch", da es von Flügeladern durchzogen wird. Die Jungtiere erkennt man an den noch matten, braunen Augen. Bei den geschlechtsreifen Libellen sind diese tiefschwarz und glänzend. der Flug der Prachtlibellen erinnert eher an den eines Schmetterlings als an das einer Libelle. Der Flügelschlag ist ob der Größe der Flügel verhältnismäßig langsam. Nichts desto trotz sind auch die Prachtlibellen wahre Kunstflieger, die schier unglaubliche Flugmanöver ausführen können.

Alle Prachtlibellenarten sind Spezialisten für Fließgewässer. An Teichen und Seen sucht man sie vergebens. Sie besiedeln die Uferzonen von sauberen Bächen und kleinen Flüssen. 

Die Libelle achtet bei der Auswahl ihres Lebensraumes  darauf, dass das bevorzugte Fließgewässer eine gewisse Strömungsgeschwindigkeit nicht überschreitet. Diese liegt, je nach Wasserstand, bei 30 - 70 cm pro Sekunde. Der Sauerstoffgehalt des Wassers wird ebenfalls von dem Insekt überprüft. Dieser muss bei 6 - 7 Milligramm pro Liter liegen, da sich ihre Larven sonst nicht entwickeln können. Eine Wassertemperatur die im Sommer zwischen 16° und 24°C liegt, wird von den Prachtlibellen toleriert. Wenn diese Fließgewässer dann noch  über sandige Ufer und sonnige Flächen verfügen, ist das Habitat der Prachtlibellen perfekt. Die Larven der Gebänderten Prachtlibelle brauchen für die Entwicklung zum Fluginsekt zwei Jahre. Das Leben der fertigen Libellen hingegen wird die Dauer von 50 Tagen nicht überschreiten. Nach dem Schlupf schwärmen die jungen Prachtlibellen in die nähere Umgebung aus um dort zu jagen. Bereits nach drei Tagen sind sie geschlechtsreif. Nach weiteren zehn Tagen kommen sie zum Gewässer zurück um sich zu paaren.

Ihre Flugzeit reicht von Ende Mai bis Ende August / Anfang September.  Beide hier vorkommenden Prachtlibellenarten sind gesetzlich besonders geschützt. Die Gebänderte Prachtlibelle wird derzeit auf der Vorwarnliste für bedrohte Tierarten geführt. Die Blauflügel Prachtlibelle ist akut vom Aussterben bedroht.  Doch nun zu den beiden Arten der Prachtlibellen im Einzelnen:

Die Gebänderte Prachtlibelle    

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Ein Männchen beim  Balzverhalten.

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Die Männchen der gebänderten Prachtlibelle streiten sich im Flug um das beste Revier. Hat ein Männchen eines gefunden, setzt es sich auf einen erhöhten Ausguck und vertreibt alle anfliegenden Artgenossen. Solange die Männchen ihr Imponiergehabe vorführen, verbergen sich die Weibchen gut getarnt im dichten Gras.

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Naturfilmer und -fotografen haben es oft nicht einfach. Um gute Aufnahmen zu machen, muss man zu den ungewöhnlichsten Tages- und Nachtzeiten am Ort des Geschehens sein. Prachtlibellen sind, wie alle anderen Libellen auch, Dämmerungsjäger. Vor Sonnenuntergang fliegen sie, völlig geräuschlos, die Uferzonen von Bächen und kleinen Flüssen ab, um zu jagen. Anschließend lassen sie sich in der näheren Umgebung der Gewässer, zum Beispiel in Brombeerbüschen oder zwischen Schachtelhalmen und Schilfrohr, zur Ruhe nieder. Wenn man die Schlafplätze der Prachtlibellen kennt, findet man sie am frühen Morgen, noch vor Sonnenaufgang an diesen Stellen wieder. Die nun folgenden Aufnahmen zeigen Prachtlibellen im Morgentau, bei der Frühgymnastik und danach. 

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Nach der Morgengymnastik beginnt die Jagd. Von einem Ansitz aus werden Insekten erspäht und aus der Luft ergriffen. Danach geht man bei den gebänderten Prachtlibellen zum Paarungsritual über. Dabei beginnt das Männchen von einem Ansitz aus oder im Flug sein Revier durchstreifend, mit der Suche nach Weibchen. Diese sitzen an sonnenexponierten Stellen entlang der fließenden Gewässer und schauen den Männchen bei ihrem Balzverhalten zu. Die Prachtlibellen ist die einzige Libellenart, bei der das Männchen um das Weibchen wirbt. Es führt dabei einen regelrechten Balztanz auf:

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Ist ein Weibchen in Paarungsstimmung, gesellt es sich zu dem Männchen und die eigentliche Paarung kann beginnen. Zunächst bildet das Pärchen ein Tandem um zu einem geeigneten Paarungsort zu fliegen.

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Hier nun kommt es zum Paarungsrad und somit zur eigentlichen Kopulation. Diese dauert in der Regel zweieinhalb bis drei Minuten. Danach trennt sich das Paar. 

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Nach einer kurzen Ruhephase beginnt das Weibchen mit der Eiablage. Eine gute halbe Stunde lang werden 10 - 20 Eier pro Minute in weiche Pflanzenteile eingestochen. Dabei kann das Weibchen auch völlig untertauchen. Die Prachtlibelle ist die einzige Art, die dabei mit dem Kopf voran ins Wasser eintaucht. Oft zeigt das Männchen vorher dem Weibchen eine geeignete Eiablagestelle. Es setzt sich dabei auf die Binsenhalme, lässt sich ein Stück im Fluss treiben und wiederholt das ganze so lange, bis das Weibchen die Stelle annimmt. Das Männchen
verteidigt die Stellen der Eiablage des Weibchens in seinem Revier und vertreibt einfliegende Artgenossen vehement. Sobald das Weibchen seine Eiablage beendet hat, verlässt es das Revier des Männchens. Dieses wiederum kann sich an günstigen Tagen bis zu zehn anderen Weibchen erfolgreich paaren. Dass man Männchen und Weibchen einmal in solch einer Art Harmonie, wie auf den folgenden Aufnahmen zu sehen ist, vorfindet, gehört zu den seltenen Situationen im Leben von Prachtlibellen.

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Im Laufe eines stressigen Libellentages kann es durchaus einmal passieren, dass man sich einen unüblichen Landeplatz aussucht. Dieses Prachtlibellenmännchen war von Revierkämpfen so sichtlich erschöpft, dass es sich vollkommen ruhig auf den Fingern des Autors landete und sich ablichten ließ.


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Die Blauflügel Prachtlibelle


Die Blauflügel Prachtlibelle ist mit 6,5 bis 7 Zentimetern Flügelspannweite etwas größer als ihre nahe Verwandte, die Gebänderte Prachtlibelle. Der etwas kräftigere Körperbau der hier gezeigten Art erlaubt auch bessere Flugleistungen. Da die größte aller Kleinlibellen sehr hohe Ansprüche an ihren Lebensraum stellt - keine intensive Landwirtschaft in unmittelbarer Nähe und sehr saubere und sauerstoffreiche Fließgewässer - ist sie mittlerweile sehr selten geworden. In vielen Regionen ist sie akut vom Aussterben bedroht. Nachdem die Libelle ein Zweijähriges Leben als Larve mit zwölf Entwicklungsstufen im Wasser durchlebt hat, währt die Lebenserwartung des fertigen Insektes gerade einmal 40 bis 50 Tage.

Die folgende Bildserie zeigt das Männchen der Blauflügel Prachtlibelle, die ihren Namen wegen ihrer Flügelfärbung erhielt.


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Während die Männchen in einem kräftig stählernen Blau imponieren, erscheinen die Weibchen dieser Kleinlibellenart mit  metallisch grün schimmernden Farben. Die Bezeichnung "Prachtlibelle" hätte nicht besser gewählt werden können. Somit zählen sie sicherlich  zu den schönsten Insekten der Welt.


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Die beiden Fotografien unten zeigen links ein Männchen und rechts ein Weibchen der Blauflügel - Prachtlibelle im direkten Vergleich. Hier ist sehr schön zu erkennen, dass dem Männchen jegliches Flügelmal fehlt. Beim Weibchen ist durch einen kleinen weißen Fleck nur ein Flügelmal angedeutet. Wie eingangs beschrieben, ist es mit Adern durchzogen und erfüllt daher nicht die Funktion eines "Trimmtanks", wie bei anderen Libellenarten. Da man von Seiten der Wissenschaft noch verhältnismäßig wenig über diese Tiere weiß, kann man nur logisch schlussfolgern, dass die proportional großen Flügel ohne Pterostigmata (Flügelmale) den Prachtlibellen eher die Flugeigenschaften eines Schmetterlings verleihen.


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In ihrem Paarungsverhalten gleicht die Blauflügel Pachtlibelle der Gebänderten Prachtlibelle. Auch hier wirbt das Männchen um das Weibchen und begleitet es im nachhinein zur Eiablage.

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