Mikrokosmos und vieles mehr...

                        

    03674      03685h

Kopfstudien der Gemeinen Weidenjungfer. Links das Männchen, rechts das Weibchen.

      Teichjungfern       

Die Arten auf dieser Seite:

Gemeine Winterlibelle, Glänzende Binsenjungfer, Südliche Binsenjungfer,

Kleine Binsenjungfer, Weidenjungfer, Gemeine Binsenjungfer,

Bereits im Hochsommer kann man die einzige Kleinlibellenart in Deutschland bewundern, die dazu in der Lage ist, einen ganzen Winter zu überstehen. Sie fliegt von August bis in den Mai des kommenden Jahres durch unsere heimischen Gefilde. Braun- beige im Aussehen, ist sie nicht so farbenprächtig wie ihre anderen Artgenossen aus der Familie der Kleinlibellen. Das hat seinen Grund. Die Libelle muss den kommenden Herbst und den Winter vor ihren Feinden gut getarnt überleben. Daher muss man schon genau hinsehen, will man eine von ihnen im trockenen Gras entdecken. Gemeint ist die Gemeine Winterlibelle, die durch ihre ungewöhnlich lange Lebenserwartung und für Libellen nicht übliche Flugzeiten eine Ausnahme bildet. Sie gehört zu Familie der Teichjungfern. Ihre nahe Verwandte, die Sibirische Winterlibelle, ist wesentlich seltener und kommt im Westen Deutschlands nicht vor.


7962f

Eine Gemeine Winterlibelle an ihrem Schlafplatz.
xxx

Die folgenden Aufnahmen zeigen  junge Weibchen der Gemeinen Winterlibelle.

7961f               7955f

                         Die jungen Männchen unterscheiden sich in ihrer Färbung nicht von den jungen Weibchen.

02169h         02177h

                       Das folgende Foto verdeutlicht, wie gut sich die Tiere ihrer Umgebung anpassen können.

                                                            02179h

Die Jungtiere paaren sich nicht, wie andere Kleinlibellen, nach Erreichen der Geschlechtsreife, sondern  erst im folgenden Jahr. Vorher suchen sie geschützte Quartiere abseits der Gewässer auf, in denen sie überwintern. Meist sind dies flach bewachsene Waldlichtungen, wo sich die Tiere an Pflanzenstengeln hängend, bei starkem Schneefall komplett zuschneien lassen. Bei den ersten Anzeichen von Wärme gehen sie auf die Jagd. Ab April sieht man sie dann wieder an ihren angestammten Gewässern. Die Gemeine Winterlibelle ist in Deutschland als gefährdet eingestuft.

Nachdem die Gemeine Winterlibelle die Kälteperiode überstanden hat,  hat sich  in ihrem Aussehen derart verändert, sodass man sie gut von den Jungtieren unterscheiden kann. Fertig ausgefärbt, ist sie dunkler geworden. Die Augen weisen nun deutliche Flecken auf. In dürren Gräsern ist sie dadurch hervorragend getarnt und nur schwer zu entdecken. Sobald im April die Sonne scheint, beginnt ihre Paarungszeit. Wir waren mit den Kameras mal wieder ganz nah dran und zeigen Euch Bilder von nun mehreren Monate alten Winterlibellen-Männchen.

6296h   8977h   9658h 

Nachdem die Tiere in der wärmenden Sonne ihre Flugmuskulatur aufgeheizt haben, gehen sie auf Partnersuche. Schon bald sieht man die ersten Paarungsräder. Beim genauen Hinsehen erkennt man bei den einzelnen Winterlibellen, dass sie Ihre Flügel immer nur zu einer Seite des Hinterleibs anlegen. Dies ist immer die zur Sonne abgewandte Seite. Dadurch wärmen sie ihren Körper optimal auf. Dieses Verhalten ist nur bei den Winterlibellen zu beobachten.

0407dw 0409dw  0412dw

Nach der Paarung erfolgt die Eiablage. Das Pärchen fliegt in Tandemformation zu Wasseroberfläche. Dort angekommen sticht das Weibchen (hinten) seine Eier in abgestorbenes Substrat von Gräsern, während es von dem Männchen bewacht wird. Droht Gefahr durch Frösche oder andere Feinde, zieht das Männchen sein Weibchen im Schlepptau blitzschnell aus der Gefahrenzone heraus. Dass die Weibchen in seltenen Fällen auch alleine ihre Eier ablegen, zeigt das rechte Foto.

8982h                   62379h

3202d

Hier schaut zufällig ein Pärchen Wasserläufer bei der Eiablage zu.

Mit einer Körpergröße von 35 - 38 mm erreicht die Gemeine Winterlibelle Dimensionen, die etwa dem eines Streichholzes entsprechen. Bei kühlen Frühjahrstemperaturen ist sie wenig flugfreudig und sucht zwischen dürren Gräsern Schutz vor Feinden. Die hervorragenden Tarneigenschaften dieser Libelle wurden schon beschrieben. Sie zu finden entspricht der sprichwörtlichen Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Die folgenden Aufnahmen sollen dies ein wenig verdeutlichen.

0287dw 0286dw  0288dw

Dieses Männchen ist sozusagen ein echter Methusalem unter den Insekten. Mit teilweise verkrümmten Abdomen weist dieses Exemplar ein Alter von ca. 14 Monaten auf. Ein absolutes Rekordalter für Libellen.

                                                                           0936dw

**********************************************

Eine von acht in Mitteleuropa vorkommenden Teichjungfern ist die Glänzende Binsenjungfer. Sie lebt an stehenden Gewässern mit ausreichender Binsenvegetation und tritt bei Weitem nicht so häufig auf, wie ihre Artverwandte, die Gemeine Binsenjungfer. Die folgende Aufnahme zeigt die Tiere in ihrem angestammten Habitat.

01691h

Beide Arten sind recht schwer voneinander zu unterscheiden. Wir wollen versuchen, Euch die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale innerhalb des Artenprofils zu vermitteln.

Bei den Männchen gibt einige Unterscheidungsmerkmale. Das Erste  ist die graublaue Wachsbereifung an den oberen Hinterleibssegmenten. Bei der Glänzenden Binsenjungfer ist das zweite Hinterleibssegment nur zum Teil bereift, während es bei der Gemeinen Binsenjungfer vollständig überzogen ist. Das beste Unterscheidungsmerkmal der Glänzenden Binsenjungfer im direkten Vergleich zur Gemeinen Binsenjungfer sind bei den Männchen die Hinterleibsanhänge. Diese sind löffelförmig gebogen, während die der Gemeinen Binsenjungfer lang gestreckt sind.

Hierzu zwei Detailaufnahmen zum Vergleich: Links die Hinterleibsanhänge des Männchen der Glänzenden Binsenjungfer rechts die der Gemeinen Binsenjungfer.

6284f                       6209f


Die folgenden Aufnahmen zeigen männliche Tiere der Glänzenden Binsenjungfer. Bei den Exemplaren, die noch nicht über hellblaue Augen verfügen, handelt es sich um Jungtiere.

2339f                       6264f 

 2340f                      9847h

Bei den Weibchen der Glänzenden Binsenjungfer verhält es sich in Sachen Unterscheidung zur Gemeinen Binsenjungfer ähnlich schwierig. Da ihnen die blaugraue Wachsbereifung fehlt, kann man sie nur anhand ihrer Legeapparate unterscheiden. Beim Weibchen der Glänzenden Binsenjungfer erscheint dieser viel kräftiger als jener des Weibchens der Gemeinen Binsenjungfer.

Der Legebohrer am unteren Ende des Hinterleibs, ragt beim Weibchen der Glänzenden Binsenjungfer etwas über den Rand des 10. Hinterleibssegmentes heraus, während der des Weibchens der Gemeinen Binsenjungfer mit dem letzten Segment bündig abschließt. Hier zwei Aufnahmen zum Vergleich. Links die Glänzende Binsenjungfer, rechts die Gemeine Binsenjungfer.

01575h          0771ff

Hier seht Ihr die Weibchen der Glänzenden Binsenjungfer im Ganzen. Sie sind für Teichjungfern sehr kräftig gebaut. Dies ist auch erforderlich. Warum? Das seht Ihr bei den Aufnahmen, die das Tier bei  der Eiablage zeigen.

9871h                  01562h

Nicht nur im Aussehen, sondern auch im Verhalten ähneln sich Glänzende- und Gemeine Binsenjungfern. Ihr Lebensraum sind dicht bewachsene Ufervegetationen stehender Gewässer mit reichem Binsenbestand. Hierdurch wird auch ihr Name verdeutlicht. Hier leben und jagen sie, paaren sich und legen ihre Eier ab.

Zur Paarung ergreift das Männchen das Weibchen zwischen Hinterkopf und Vorderbrust und bildet mit ihm das klassische Paarungsrad.

01704hhh


Die Paarung erfolgt im Sitzen an steil aufragenden Binsen oder vergleichbaren Pflanzenstrukturen und dauert mehrere Minuten. Wird das Paar gestört, kann es, ohne die Formation aufzulösen, an einen anderen Ort fliegen.

9942h               9924h

Unmittelbar nach der Paarung  geht die Glänzende Binsenjungfer in Tandemformation zur Eiablage über. Jetzt wird deutlich, warum das Weibchen von kräftiger Statur sein muss und über einen großen Legebohrer verfügt. Die Eier werden in etwa 40 bis 80 Zentimeter Höhe in die Binsen eingestochen. Selten klettert das Paar dabei an den Halmen herunter und taucht unter die Wasseroberfläche.

Wir zeigen Euch nun Bilder von der Eiablage der Glänzenden Binsenjungfer. Damit Ihr genau erkennen könnt, wie dies vor sich geht, sind wir mit der Kamera einmal extrem nahe heran gegangen. So sind der eigentliche Legebohrer der Teichjungfer und die damit hinterlassenen Eiablagespuren am Binsenhalm sehr deutlich zu erkennen.

01702h            01638h

01704hh          01683h

Die Eier sind im Inneren des Binsenhalmes hervorragend vor Fressfeinden und Witterung geschützt. Wenn die Binse im Spätherbst abstirbt und sich im Wasser zersetzt, können die Eier noch ohne Probleme überwintern. Im folgenden April schlüpfen die Larven und entwickeln sich binnen weniger Wochen zur fertigen Libelle. In sehr warmen Jahren können die Tiere sogar zwei Generationen hervorbringen.

Im Allgemeinen beginnt die Flugzeit der Art jedoch Mitte Juni und endet im September. Die Glänzende Binsenjungfer ist neben den Prachtlibellen eine unserer farbenprächtigsten Kleinlibellen überhaupt. In Deutschland kommt sie noch inselartig vor. Ihr Bestand ist stark gefährdet.

****************************************************

Eine erstmals im Sommer 2009 in unseren Gefilden nachgewiesene Teichjungfernart ist die Südliche Binsenjungfer, die wir Euch nun vorstellen möchten. Sie ist eine sporadisch auftretende Wanderlibellenart und eigentlich in den südlichen Ländern Europas beheimatet. Die Libelle bevorzugt stark verwachsene stehende Gewässer mit reichlichem Binsenbewuchs. Sie ist etwa 4,5 Zentimeter groß und erreicht eine Flügelspannweite von ca. 5 Zentimetern. Die Flugzeit reicht von Juli bis September.  Da ihr Bestand als stark gefährdet eingestuft und die Population nicht sehr groß ist, kann es sein, dass wir sie jahrelang nicht mehr zu sehen bekommen. Unsere Aufnahmen zeigen ein männliches Jungtier der Art.

2583dw     2593dw     2586dw

Ein typisches Erkennungszeichen der Südlichen Binsenjungfer ist ihr zweifarbiges Flügelmal. Es ist, einzig in der Familie der Teichjungfern, außen weiß und innen braun gefärbt. Sie ist etwa 5 Millimeter größer als die anderen Teichjungfernarten und weist eine leicht weißliche Zeichnung der Körperseiten am Hinterleib auf.

2203dw                2204dw

0238f                    2653f

                   Frisch geschlüpftes weibliches Jungtier                                                                                                 Junges Männchen

Im Hochsommer, etwa ab Mitte Juli, kann man dann die erwachsenen und somit geschlechtsreifen Tiere beobachten. Die nachstehenden Aufnahmen entstanden in einem Moor im äußersten Norden Nordrhein - Westfalens. Hier seht Ihr zunächst die Männchen der Südlichen Binsenjungfer aus verschiedenen Perspektiven.

3812f    3850f    7731f

Die Weibchen sind außer an ihren Hinterleibsanhängen auch noch durch ihr kräftiger gebautes Abdomen erkennbar.

3825f    7743f    7736f

Die Nahaufnahme zeigt die Südliche Binsenjungfer mit Beute.   

7756f   

*****************************************

0248h

Die Kleine Binsenjungfer ist etwas zierlicher als die anderen Teichjungfernarten. Mit einer Körperlänge von etwa 30 bis 35 Millimetern ist dies recht deutlich zu erkennen. Die Flügelspannweite liegt bei etwa 40 Millimetern. Die Flügelmale der Tiere sind dreistufig gefärbt. Ein braunes Innenmal wird von zwei schmalen weißen Feldern eingegrenzt. Beim Männchen sind die letzten beiden Hinterleibssegmente blau bereift. Diese Zeichnung fehlt beim Weibchen gänzlich.


Die Kleine Binsenjungfer schlüpft ab Juli und entfernt sich zunächst vom angestammten Gewässer. Erst im August und September kommen sie wieder dorthin zurück und bleiben dann bis etwa Mitte Oktober. Danach endet ihre Flugzeit. Die Art bevorzugt saure, flache und moorige Gewässer, wo sie mit anderen Teichjungfernarten vergesellschaftet lebt. Hin und wieder besiedelt sie auch Fischteiche. Ihr Bestand ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Aus diesem Grund wird sie in der Roten Liste der bedrohten Tierarten als „stark gefährdet“ eingestuft. Wir zeigen die Kleine Binsenjungfer in ihrem Lebenszyklus.

01450h     00535h

                      Ganz junges Weibchen                                                                     Ganz junges Männchen

00625h     03083h
                       
                            Junges Weibchen 
                                                               Junges Männchen
                        
02783h     02933h

                        Älteres Weibchen                                                            Älteres Männchen

03092h     03131h

                     Sehr altes Weibchen                                                                        Sehr altes Männchen    

02881h     03446h

                                                           Weibchen und Männchen im Close-up.   
                     

Die Weibchen kommen zur Paarungszeit an die binsenbestandenen Uferzonen kleiner bis mittelgroßer Teiche und Weiher. Dort warten bereits die Männchen auf sie. Zur Paarung ergreift das Männchen das Weibchen am Hinterrand der Vorderbrust. Das Paarungsrad setzt sich nach kurzem Flug an Binsenhalmen ab. Nach erfolgter Begattung legt das Weibchen zumeist an Ort und Stelle seine ersten Eier an Binsenhalmen ab. Der eigentlichen Paarung gehen folgende Rituale voraus:

02353h            02366h

     Das Männchen befüllt sein sekundäres Geschlechtsorgan.                                                      Das Männchen ergreift ein Weibchen.

02126h             03200h

Das klassische Paarungsrad wird gebildet.

Als eine sehr späte Art ist die Kleine Binsenjungfer auch noch mitten im Herbst  in Paarungsstimmung. Ihr äußeres Erscheinungsbild hat sich den herbstlichen Farben der Umgebung deutlich angepasst.

                                                        03144h
X

Nachfolgend zeigen wir Aufnahmen, welche die  Arterhaltung der recht selten gewordenen, farbenprächtigen Teichjungfernart dokumentieren. Achtet mal im Besonderen auf den Hinterleib der Weibchen. Der "Legestachel" ist deutlich zu erkennen. Mit diesem Organ ritzt es die äußere Struktur von Binsenhalmen an um dort seine Eier zu platzieren. Dass dabei auch manchen Binsenhalme gleich doppelt belagert werden, zeigt das letzte Bild unten rechts.

02799h           02745h

02387h          02735h

******************************************************

Mit einer Körperlänge von 50 Millimetern und einer Flügelspannweite von bis zu 60 Millimetern ist die Weidenjungfer wesentlich größer als die meisten anderen Teichjungfernarten. Ihren Namen erhielt sie aufgrund ihrer bevorzugten Art der Eiablage. Während einige Teichjungfernarten ihre Eier in Substrate an der Wasseroberfläche einstechen, andere zu diesem Zweck bis zu einer Stunde völlig untertauchen, sticht die Weidenjungfer rund 200 Eier in das relativ weiche Holz von Weidengewächsen ein. Erlen und Pappeln werden ebenfalls angenommen. Dazu wählt sie das Geäst der Bäume, welches über das Gewässer ragt. Die Larven, die unter der Rinde aus den Eiern schlüpfen, lassen sich dann einfach ins Wasser fallen um ihr räuberisches Leben als Subimago zu beginnen.

Die Flugzeit beginnt für Kleinlibellen relativ spät im Jahr. Man kann diese Art ab Juli bis Ende September, teilweise weit von Gewässern entfernt, beobachten. Die Färbungen der Weidenjungfern wechselt von metallisch grün bei den Jungtieren, bis hin zu einem Kupferton bei den erwachsenen Insekten. Der Lebensraum der Tiere umfasst größere stehende, jedoch auch langsam fließende Gewässer mit reichlicher Baumvegetation im Uferbereich.

Unsere Fotodokumentation der Weidenjungfer beginnt mit den Jungtieren und setzt sich über den Lebenszyklus fort. Die Aufnahmen unten zeigen eine frisch geschlüpfte weibliche Weidenjungfer (links) und ein frisch geschlüpftes Männchen der Art.   Achtet bitte auf die Unterschiede am Hinterleibsende und unter dem 2. Hinterleibssegment.

9813h                    01503h

Bei einigen Tage alten Exemplaren sieht man deutlich die farbliche Veränderung. Das es sich hier noch um Jungtiere handelt, erkennt man unter anderem an den noch milchig braunen Augen.

                           Weibchen                                                                          Männchen

01758h              9351h

Erwachsene Weidenjungfern haben mit den jungen Tieren im Aussehen nicht mehr viel Gemein. Die leuchtend grüne Färbung weicht alsbald einer etwas stumpferen Farbvariante. Auch hier wieder das Männchen rechts und das Weibchen links unten. 

03502h             03046h

03324h            03651h

Weidenjungfern sind von anderen Teichjungfernarten oft nicht leicht zu unterscheiden. Dies ist meist im Jugendstadium der Fall. Die Weidenjungfer weist jedoch in ihrer Färbung einen kleinen, nach vorne gerichteten Zacken an der Thoraxseite auf, über den keine andere Teichjungfernart verfügt. Dieser kleine, knapp einen Millimeter lange, grüne Farbpfeil ist bei dem Jungtier oben rechts, seitlich am Brustabschnitt, deutlich zu erkennen. 

4024f          03644h      

Die Tatsache, dass die Weidenjungfer in Sachen Eiablage eine für sie typische Ausnahme bildet, wurde eingangs schon beschrieben. Da sie die einzige Art darstellt, die ihre Eier unter die Baumrinde von weichem Holz einsticht, unterstellt man ihr einen recht kräftigen "Stachel", mit der sie dies zu Werke bringt. Hier sei noch einmal darauf hingewiesen, dass Libellen keinen Stachel besitzen und für uns Menschen in jeder Hinsicht völlig harmlos sind. Bei diesem "Stachel", besser als Legeapparat bezeichnet, handelt es sich um eine Art Bohrer, mit der die Libelle nur in der Lage ist, ihre Eier zu deponieren, keinesfalls einen Menschen zu "stechen". Hier seht ihr die weiblichen Hinterleibsanhänge, die den  Legebohrer in einer Art Etui enthalten, aus nächster Nähe.

03659h

Der Eiablage geht, dem Lebenszyklus nach, die Paarung voraus. Nachdem das Männchen sein sekundäres Geschlechtsorgan gefüllt hat, kann das Weibchen andocken und es wird das klassische Paarungsrad gebildet.

                                                                          3680f  

                                                                         01934h

Während einige Teichjungfernarten ihre Eier in Substrate an der Wasseroberfläche einstechen, andere zu diesem Zweck bis zu einer Stunde völlig untertauchen, sticht die Weidenjungfer rund 200 Eier in das relativ weiche Holz von Weidengewächsen ein. Erlen und Pappeln werden ebenfalls angenommen.

                                              03331h

Hierzu zu steuert das Pärchen in Tandemformation einen über dem Wasserspiegel hängenden Zweig eines Baumes an. Nach der Landung leistet die weibliche Weidenjungfer Schwerstarbeit. Die 200 Eier müssen in die relativ harte Rinde gestochen werden. Eine winzige Miniatursäge am Legebohrer des Weibchens hilft dabei. Dieses „Stichsägen“ dauert pro Vorgang nur wenige Sekunden. Winzige Spuren von Sägemehl aus der Rinde werden entfernt. Jetzt kann die Ablage der Eier in das Rindenloch erfolgen.

02195h

Durch den dünnen Stichkanal quellen vier längliche Libelleneier in das feuchte Rindengewebe. Doch die Eier werden nicht wahllos gelegt. Hier zeigt das Weibchen Methode: Links oben, links unten, rechts oben, rechts unten werden die Eier x – förmig platziert.

Der ungeheure Energieaufwand, den die Eiablage erfordert, wurde ergonomisch optimiert. Die nächste sogenannte „Eiloge“ mit vier Eiern wird nur wenige Millimeter von der ersten am gleichen Zweig angebracht. Jetzt beginnt das Weibchen auf der Seite: rechts oben, rechts unten, links oben, links unten. Das Weibchen spart sich also eine mühsame Körperdrehung beim Bohren.

                                                03255h

An einem Nachmittag im Herbst bohren die Weibchen bis zu vier Stunden an einem Stück, bis die 200 Eier verstaut sind. Die Männchen sind passiv bei der Sache dabei. Durch ihren Haltegriff am Genick des Weibchens schützen sie es vor anderen Männchen und stellen so sicher, dass nur ihre Gene vererbt werden.

                                                       03348h

Die Eier überwintern unter der Rinde und halten Minustemperaturen von 30° C stand.

Die sogenannte „Prolarven“, die im kommenden Frühjahr unter der Rinde aus den Eiern schlüpfen, lassen sich dann einfach ins Wasser fallen. Sie sind lediglich zwei Millimeter groß und verwandeln sich binnen zwei Minuten (!) zur eigentlichen Larve, um ihr räuberisches Leben als Subimago zu beginnen. Das Leben der Larven dauert in der Regel drei bis vier Monate. In dieser Zeit haben sie sich 12 mal gehäutet und schlüpfen dann zur fertigen Libelle.
X

4450f

******************************

Die Gemeine Binsenjungfer ist die wohl Häufigste  der in Europa vorkommenden 8 Teichjungfernarten. In ihrer Größe etwas variierend, ist sie im Durchschnitt 3,5 Zentimeter lang und verfügt über eine Flügelspannweite von 4 Zentimetern. Diese sind in Ruhestellung halb geöffnet. Die Jungtiere schimmern in einem metallischen Grünton. Später dunkeln die Männchen etwas nach und die Weibchen färben sich in einen Kupferton. Die Gemeine Binsenjungfer ist eine sehr gesellig lebende Libelle. Eine Population kann aus mehreren hundert Individuen bestehen. Ihr Erfolgsrezept ist ihre Fähigkeit, sich relativ schnell an veränderte Umwelteinflüsse anpassen zu können. Bevorzugte Lebensräume sind Moore, Tümpel und mittelgroße stehende Gewässer mit Wasserpflanzenvegetation. Die Flugzeit beginnt Ende Juni und endet im Oktober.

Junge Weibchen der Gemeinen Binsenjungfer

01875h    9886h     9595h                                                                                        
                                                             Erwachsene Weibchen der Gemeinen Binsenjungfer

01454h    01456h  01928h


      Den jungen Männchen fehlt noch völlig die blaue Färbung, die man bei den erwachsenen Tieren deutlich sieht.

              9356h       00947h

                                                                              Ausgefärbte Männchen

00888h 00967h 9951h

                                                                                        1747f       

Werfen wir auch noch einen Blick auf die Hinterleibsanhänge der Männchen der Gemeinen Binsenjungfer. Anhand dieser kann man sie von der Glänzenden Binsenjungfer unterscheiden. Ein weiteres Merkmal ist die blaue Wachsbereifung auf dem zweiten Segment des Hinterleibes. Dieses Segment ist bei der Gemeinen Binsenjungfer vollständig blau, wie im Bild oben Mitte gut zu erkennen.

6209f

Bei der Paarung und der Eiablage der Art lassen sich, wie bei der Weidenjungfer zuvor, ebenfalls ein paar artspezifische Besonderheiten gegenüber anderen Teichjungfernarten erkennen. Vor der Bildung eines Paarungsrades säubert das Männchen die Geschlechtsöffnung des Weibchens sehr penibel. damit werden etwaige Spermareste anderer Männchen gründlich entfernt. Danach erst findet die eigentliche Paarung sitzend an Pflanzenstengeln statt.

       9952h            01849h

Nach der Paarung ist die Gemeine Binsenjungfer zu  Höchstleistungen fähig. Das Männchen begleitet das Weibchen in Tandemformation zur Eiablage ans Gewässer. Hier setzten sie sich gemeinsam an einen Pflanzenstengel, an dem sie langsam abwärts rutschen. Dabei sticht das Weibchen gelegentlich seine Eier in das Mark der Pflanzen ein. Oft tauchen die Tiere bei der Eiablage gemeinsam unter und können bis zu einer halben Stunde vollständig unter Wasser bleiben. Die Eier überwintern in der Pflanze und entwickeln sich erst im nächsten Frühjahr.

01686h

Nach der Eiablage, die meist vormittags stattfindet, beginnen die Binsenjungfern zu jagen. Hier wird an Insekten alles gefressen, was überwältigt werden kann. Unser Foto zeigt ein Männchen nach einem Jagderfolg im "Close up".

9153d

Das eigentliche Leben der Gemeinen Binsenjungfer findet  um die heiße Mittagszeit ihren Höhepunkt. In den Nachmittagsstunden sieht man die kleinen Teichjungfern dann wesentlich weniger flugfreudig in der gewässernahen Vegetation sitzen. Scheucht man sie dort auf, fliegen sie nur noch kurze Strecken und lassen sich bald wieder nieder.

Früh am nächsten Morgen findet man die Gemeine Binsenjungfer dort wieder, wo man sie am Tag zuvor verlassen hat.

8737d

******************************************************

       Home          Libellen en bloc       Impressum